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Montag, 1. April 2013

Teilnahme am Endoprothesenregister sollte Pflicht werden


Leitartikel zum Endoprothesenregister

Die Teilnahme sollte Pflicht werden

Mehr Qualität in der Medizin ist durch bessere Einsicht Einzelner möglich. Im Wettbewerb könnte sich bessere Leistung dann durchsetzen. Aber das braucht Zeit - und darum sollte der Gesetzgeber auch klare Pflichten normieren.
Von Fritz Beske
prothese-A.jpg
Totalendoprothese eines Kniegelenks. Derzeit werden für solche Eingriffe Register erreichtet - auf freiwilliger Basis.
© Jochen Tack / imago
Unter Federführung von Professor Hassenpflug, Ordinarius für Orthopädie des Universitätsklinikums in Kiel, läuft eine Testphase für ein Endoprothesenregister mit 35 Krankenhäusern. Ziel ist ein nationales Endoprothesenregister, an dem jede Klinbik freiwillig teilnimmt.
Es mag sein, dass wir in Deutschland eine eigene Testphase für ein Verfahren benötigen, das in vielen Ländern Europas eine seit Jahren und zum Teil seit Jahrzehnten erprobte Selbstverständlichkeit ist.
Dies verwundert auch darum, weil für ein effektives Endoprothesenregister, mit dem die Qualität der eingesetzten Endoprothese und des Krankenhauses geprüft werden soll, nur wenige Daten erforderlich sind: Datum der Implantation, Name des Patienten anonymisiert mit der Möglichkeit der Rückverfolgung, Krankenhaus, Identifikationsmöglichkeit der Endoprothese und Kostenträger.
Diese Daten reichen aus, um das Schicksal der Endoprothese mit Standzeit und des Patienten zu verfolgen sowie die Qualität des operativen Eingriffs beurteilen zu können.
Es würde unserer Neigung zur Perfektion entsprechen, wenn eine Überfrachtung des Registers mit vielleicht wünschenswerten, aber für das primäre Ziel nicht erforderlichen Daten erfolgen würde - aber sei's drum ... (Quelle:ärztezeitung)

Donnerstag, 27. September 2012

Viele gute Gründe sprechen für ein nationales Endoprothesenregister


Viele gute Gründe sprechen für ein nationales Endoprothesenregister

Deutschland braucht endlich ein nationales Endoprothesenregister. Damit soll die Fehlerquote gesenkt und die Qualität verbessert werden. Und: Ein solches Register kann Kosten sparen.
Von Michael Hubert
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Sitzt, passt und wackelt nicht: totale Endoprothese (TEP) des Hüftgelenks im Röntgenbild. © laurent nicolaon / fotolia.com
Deutschland ist in Europa Spitzenreiter bei der Implantation von Endoprothesen: 2008 erfolgten 390 000 solcher Operationen, darunter fast 160 000 an der Hüfte und 146  000 am Knie. "200 bis 300 Fälle von Implantatversagen werden pro Jahr an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet, 150 bis 200 davon betreffen die Hüfte", sagte Professor Hartmut Siebert von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Nach Zahlen aus US-Studien müssten es jedoch 400 bis 500 solcher Fälle sein. Es werde von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.
Ein Nachteil der deutschen Meldepflicht: "Es sind nur produktbezogene Fehler meldepflichtig", so Siebert bei einer DGOU-Veranstaltung in Frankfurt am Main. Patientenbezogene Implantatversager, etwa durch zu frühe Belastung, werden nicht erfasst, ebenso wenig wie Fehler durch den Anwender, etwa durch Auswahl eines nicht indizierten Modells oder eine Veränderung an der Prothese.

Knapp zwei Prozent primäre Revisionen an der Hüfte

2008 wurden in Deutschland 35 000 Revisionen vorgenommen. "Die Rate primärer Revisionen an der Hüfte liegt bei knapp zwei Prozent", sagte Professor Joachim Hassenpflug vom Uniklinikum Schleswig-Holstein. Bei diesen Patienten musste also noch während des ersten Klinikaufenthalts erneut operiert werden. "Bei Knieprothesen liegt die Rate primärer Revisionen bei 1,4 Prozent." Das Problem: "Bisher gibt es keine systematische Analyse der Ergebnisqualität", beklagte Hassenpflug.
Dabei seien die notwendigen Voraussetzungen für ein nationales Prothesenregister gegeben. Daten von der Erstimplantation werden gemeldet, ebenso Daten von der Revision. Diese Daten können aber nicht zusammen geführt werden. "Das muss mit Hilfe einer Pseudonymisierung anders werden", so Hassenpflug. "Außerdem müssen zu jeder Op Daten zur Prothese hinterlegt werden." Schließlich gebe es allein für Hüftimplantate etwa 500 unterschiedliche Modelle. Die Industrie habe die notwendige Produktdatenbank bereits zugesagt.
"Der Nutzen eines Implantatregisters ist aus Schweden belegt", sagte Hassenpflug. Mit Einführung des Registers 1979 konnte in Schweden die Zahl der Revisionen bis 2003 halbiert werden. "Innerhalb der ersten drei Jahre nach Einführung des Registers sank die Rate bereits um 25 Prozent", betonte der Orthopäde. Würden solche Erfolge auch in Deutschland erzielt, ließe sich viel Geld sparen: Bei 3000 primären Hüft-Revisionen und Kosten von 10 000 Euro je Op könnten im dritten Jahr eines nationalen Endoprothesenregisters bereits sieben Millionen Euro gespart werden, wenn in Deutschland die primäre Revisionsrate ebenfalls um 25 Prozent sinken würde. Über alle Knie- und Hüftprothesen betrachtet, errechnete Hassenpflug ein Sparpotenzial von 45 Millionen Euro im dritten Jahr nach Start eines Registers. Der Aufwand für Einrichtung und Betrieb eines Endoprothesenregisters wäre wesentlich geringer.
Für ein nationales Register spreche zudem auch die hohe Zahl der Eingriffe in Deutschland. "Innerhalb von zwei Jahren hätten wir genauso viele Daten, wie Schweden bisher insgesamt." Die anderen europäischen Staaten könnten von einem deutschen Register profitieren.
Die Erfahrungen aus Skandinavien belegen allerdings auch, dass ein Register allein nichts bringt. "Die Auswertung der Meldedaten muss mit höchster sachlicher Kompetenz erfolgen", sagte Hassenpflug. Es müssten unbedingt die Fachgesellschaften mit ihrer Kompetenz eingebunden sein. "Die Auswertung der Registerdaten ist nichts allein für Statistiker." So seien in Schweden die Erfolge nur möglich gewesen, weil die Fachgesellschaften einbezogen sind. "In Finnland geschah das nicht, die Zahl der Revisionen ist nach Einführung des Registers dort sogar gestiegen", warnte Hassenpflug.

Fachgesellschaften wenden sich an Minister Rösler

Warum in Deutschland ein nationales Endoprothesen-Register noch nicht verwirklicht ist, blieb bei der Veranstaltung unklar. Denn es seien alle Beteiligten im Boot, hieß es. Nur hapere es seit Jahren an der Umsetzung. Die Fachgesellschaften der Orthopäden und Unfallchirurgen werden daher nicht nur die Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschusses, sondern auch Gesundheitsminister Rösler ansprechen. Ihre Forderung: "Ein nationales Endoprothesen-Register - so schnell wie möglich." (ärztezeitung)

Donnerstag, 26. Juli 2012

Endoprothesenregister - Deutschland auf einem guten Weg


Endoprothesenregister Deutschland auf gutem Weg

(Berlin, 28. Juni 2012) Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) ist nach Worten seines Geschäftsführers Professor Joachim Hassenpflug auf einem guten Weg. Die Initiatoren arbeiteten derzeit "mit Volldampf" daran, letzte datenschutzrechtliche Anforderungen wie die Einrichtung einer Vertrauensstelle umzusetzen, erklärte Hassenpflug anlässlich einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin, zu der der Orthopäde als Experte geladen war.
Hassenpflug: "Alle Vorbereitungen sind getroffen. Der Probebetrieb mit Realdaten soll nun im vierten Quartal 2012 aufgenommen werden. Danach kann es dann richtig mit der Arbeit losgehen." Erste Erfahrungen seien etwa zwei Jahre nach dem Start zu erwarten. Seine volle Leistungsfähigkeit werde das Register nach einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren erreichen.
Bereits jetzt haben dem EPRD-Geschäftsführer zufolge schon mehrere Hundert Kliniken, darunter auch große Klinikketten, ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet, obwohl die Datenerhebung noch gar nicht begonnen hat.
Aktuell habe das Register nach umfangreichen Vorarbeiten in mehreren
Kliniken mit einer Testphase zum Prüfen der Datenwege und -abgleichungen begonnen. Die Teilnahme am EPRD ist für Kliniken und Patienten freiwillig.
Das EPRD basiert auf einer übergreifenden Partnerschaft von Medizin,
Wissenschaft, gesetzlichen Krankenkassen und Industrie. Ziel des Registers ist es, wichtige Daten über künstliche Hüft- und Kniegelenke zu erfassen – angefangen vom Zeitpunkt des Protheseneinbaus über die Art der Prothese und ihre einzelnen Bestandteile bis hin zu einem eventuell notwendigen Auswechseln des Kunstgelenks.
"Der umfangreiche Datenpool des EPRD gestattet es künftig, die Ursachen für einen eventuellen Misserfolg bei einem Endoprothesen-Eingriff leichter als bisher aufzuschlüsseln. Es ist dann einfacher zu erkennen, ob die verwendeten Implantate, das operative Vorgehen oder patientenspezifische Merkmale für die erneute Operation verantwortlich sind. Insgesamt erhöht sich die Patientensicherheit", so Hassenpflug. An allen Stellen werden ausschließlich pseudonymisierte Daten verwendet und den datenschutzrechtlichen Fragestellungen wird umfassend Rechnung getragen.
Das EPRD ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), des AOK-Bundesverbandes, des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) und des BQS Instituts für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut). Als gemeinnützige GmbH und 100-prozentige Tochter der DGOOC ist das Endoprothesenregister Deutschland ausschließlich wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet und garantiert die Unabhängigkeit und Neutralität der Auswertungen. Das EPRD ist offen für weitere Beteiligte, etwa andere Krankenkassen.
Pressemitteilung des EPRD vom 28.06.2012

Endoprothesenregister - Sorgt für Imagegewinn - aus der Sicht der Klinik





Chefarzt: "Register sorgt für Imagegewinn"

Professor Dr. Werner Siebert
Für eine möglichst frühe Teilnahme von Kliniken am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat sich der renommierte Orthopäde Professor Dr. Werner Siebert im Gespräch mit der Redaktion von "eprd.de" ausgesprochen. "Unsere Klinik ist auf jeden Fall schon in der Pilotphase des EPRD dabei und nutzt damit die Chance für eine weitere Qualitätsverbesserung", so der Ärztliche Direktor der Vitos Orthopädische Klinik Kassel und Professor für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie an der Philipps-Universität Marburg.
Nennenswerte Belastungen durch das EPRD sieht Siebert auf sich selbst und seine Kollegen in der Vitos-Klinik nicht zukommen. Das Erfassen der Prothesendaten für das neue Register mit Hilfe eines Scanners erfordert nach Sieberts Erfahrungen nur einen geringen Aufwand. Siebert: "Wir sorgen allerdings auch dafür, dass alle beteiligten Ärzte sowie das Pflegepersonal und die Datenassistenten geschult und mit dem Prozedere vertraut gemacht werden. Das lohnt sich angesichts des Nutzens allemal."
Für Professor Siebert liegen die Vorteile des EPRD auf der Hand: "Wir wollen die besten Produkte verwenden und wir wollen das auch belegen können." Dafür sei Transparenz ein entscheidender Faktor. Deshalb würden auch alle Mitarbeiter der Klinik regelmäßig über die Qualitäts-Aktivitäten des Hauses - mithin auch über die Teilnahme am EPRD - informiert.
Ohnehin arbeite seine Klinik, in der jährlich rund 1.500 künstliche Gelenke eingebaut werden, bereits seit Jahren mit einem hauseigenen Register, das für die interne Qualitätsmessung und -verbesserung genutzt werde. Durch die Teilnahme am EPRD erhalte die Klinik künftig eine noch breitere Datenbasis. "Wir haben schon jetzt wirklich gute Erfahrungen mit der Erfassung der für Endoprothesen-OPs relevanten Daten gemacht. Dank regelmäßiger Auswertungen erkennen wir mögliche Probleme schneller und können entsprechend reagieren. Das werden die krankenhausindividuellen Feedbackberichte des EPRD weiter erleichtern."
Das Engagement der Vitos-Klinik für mehr Qualität macht sich auch bei der Zahl der Einweisungen bemerkbar. Zwar werbe die Vitos-Klinik nicht intensiv mit ihrem bereits bestehenden hauseigenen Register, so Werner Siebert: "Aber das Register spricht sich unter den Ärzten in der Region doch herum und ist ein Gewinn für unser Image bei den niedergelassenen Kollegen."

Freitag, 8. Juni 2012

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - Register sorgt für Imagegewinn





Chefarzt: "Register sorgt für Imagegewinn"

Professor Dr. Werner Siebert
Für eine möglichst frühe Teilnahme von Kliniken am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat sich der renommierte Orthopäde Professor Dr. Werner Siebert im Gespräch mit der Redaktion von "eprd.de" ausgesprochen. "Unsere Klinik ist auf jeden Fall schon in der Pilotphase des EPRD dabei und nutzt damit die Chance für eine weitere Qualitätsverbesserung", so der Ärztliche Direktor der Vitos Orthopädische Klinik Kassel und Professor für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie an der Philipps-Universität Marburg.
Nennenswerte Belastungen durch das EPRD sieht Siebert auf sich selbst und seine Kollegen in der Vitos-Klinik nicht zukommen. Das Erfassen der Prothesendaten für das neue Register mit Hilfe eines Scanners erfordert nach Sieberts Erfahrungen nur einen geringen Aufwand. Siebert: "Wir sorgen allerdings auch dafür, dass alle beteiligten Ärzte sowie das Pflegepersonal und die Datenassistenten geschult und mit dem Prozedere vertraut gemacht werden. Das lohnt sich angesichts des Nutzens allemal."
Für Professor Siebert liegen die Vorteile des EPRD auf der Hand: "Wir wollen die besten Produkte verwenden und wir wollen das auch belegen können." Dafür sei Transparenz ein entscheidender Faktor. Deshalb würden auch alle Mitarbeiter der Klinik regelmäßig über die Qualitäts-Aktivitäten des Hauses - mithin auch über die Teilnahme am EPRD - informiert.
Ohnehin arbeite seine Klinik, in der jährlich rund 1.500 künstliche Gelenke eingebaut werden, bereits seit Jahren mit einem hauseigenen Register, das für die interne Qualitätsmessung und -verbesserung genutzt werde. Durch die Teilnahme am EPRD erhalte die Klinik künftig eine noch breitere Datenbasis. "Wir haben schon jetzt wirklich gute Erfahrungen mit der Erfassung der für Endoprothesen-OPs relevanten Daten gemacht. Dank regelmäßiger Auswertungen erkennen wir mögliche Probleme schneller und können  entsprechend reagieren. Das werden die krankenhausindividuellen Feedbackberichte des EPRD weiter erleichtern."
Das Engagement der Vitos-Klinik für mehr Qualität macht sich auch bei der Zahl der Einweisungen bemerkbar. Zwar werbe die Vitos-Klinik nicht intensiv mit ihrem bereits bestehenden hauseigenen Register, so Werner Siebert: "Aber das Register spricht sich unter den Ärzten in der Region doch herum und ist ein Gewinn für unser Image bei den niedergelassenen Kollegen."

Samstag, 5. Mai 2012

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - Mehr Sicherheit vor und nach der Operation


Mehr Sicherheit vor und nach der Operation

Der künstliche Gelenkersatz ist eine große Erfolgsgeschichte der modernen Medizin, insbesondere der Orthopädie. Der Einsatz von jährlich 390.000 künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehört zu den häufigsten Operationen, die in Deutschland durchgeführt werden. Gleichzeitig sind aber jährlich 35.000 Wechseloperationen erforderlich. Über die Gründe ist bisher wenig bekannt.
Patientengespräch vor der OP
Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) bietet Patienten vor allem mehr Schutz und mehr Sicherheit bei einer bevorstehenden Operation. Der umfangreiche Datenpool des EPRD erlaubt es künftig, die Ursachen für einen eventuellen Misserfolg bei einem Endoprothesen-Eingriff leichter als bisher aufzuschlüsseln. So lässt sich im Falle eines Falles klären, ob die verwendeten Implantate, das operative Vorgehen oder patientenspezifische Merkmale für eine erneute Operation verantwortlich sind.
Das EPRD ist ein freiwilliges Angebot – auch an die Patienten. Sie werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs vor Operationen auch über den Ablauf der Datenerfassung sowie Zweck und Ziel des EPRD informiert. Nur wenn die Patienten einverstanden sind und eine Einverständniserklärung unterzeichnen, werden die Daten zum Implantat und zum Eingriff erfasst und pseudonymisiert an die Registerstelle übermittelt.

Datenschutz ist gewährleistet

Das EPRD misst dem Datenschutz große Bedeutung bei. Darum liegt das Konzept des EPRD dem Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit zur Prüfung vor – die ersten Signale sind positiv. Unabhängig davon sorgt das EPRD in jedem Fall dafür, dass der Datenschutz im gesamten Prozess gewährleistet ist. Deshalb verwendet das EPRD – der Echtbetrieb startet voraussichtlich Mitte 2012 – ausschließlich verschlüsselte (pseudonymisierte) Daten. Weder die EPRD gGmbH noch die beauftragte Registerstelle am BQS-Institut erhalten personenbezogene Daten, mit denen sich einzelne Patienten identifizieren lasse.
Allein die beteiligten Krankenkassen und die teilnehmenden Kliniken – nicht aber das EPRD – können im Ausnahmefall die zusammengeführten Daten wieder entschlüsseln. Dies geschieht nur zum Wohle des Patienten. Zum Beispiel, wenn sich eingebaute künstliche Gelenke als schadhaft herausstellen. Krankenkassen oder teilnehmende Krankenhäuser benachrichtigen dann jene Patienten, die ebenfalls mit diesen fraglichen Implantaten versorgt worden sind, und prüfen bei Bedarf deren funktionellen Zustand. So lässt sich frühzeitig gegensteuern, und weitere gesundheitliche Beschwerden oder zusätzliche Krankenhausaufenthalte können unter Umständen vermieden werden.
Die wichtigsten Informationen für Patienten zum EPRD stehen hier in Kürze als Zusammenfassung zum Download bereit.(Quelle: eprd.de)

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - Register für Kunstgelenke setzt auf Qualität




Register für Kunstgelenke setzt auf Qualität

(Berlin, 6. April 2011) Der Startschuss für das größte Endoprothesenregister in Europa ist gefallen. Vom Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) profitieren nicht nur die fast 50 Millionen Versicherten der AOK und der Ersatzkassen, die das EPRD unterstützen, sondern prinzipiell alle Patienten. Mit Hilfe des EPRD ist es leichter als bisher möglich, Probleme bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken zu identifizieren. Ärzte, Industrie und Krankenkassen stellten das EPRD heute in Berlin gemeinsam der Presse vor.
Das Einsetzen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehört zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Allein im Jahr 2009 haben Ärzte rund 390.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen bei Patienten mit starkem Gelenkverschleiß (Arthrose) oder nach Brüchen eingebaut. Darin enthalten sind knapp 35.000 Wechseloperationen, bei denen die Kunstgelenke aus unterschiedlichen Gründen ausgetauscht werden mussten. Hier setzt das EPRD an.
"Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass sich mit Hilfe eines Endoprothesenregisters die Rate der vermeidbaren Wechseloperationen deutlich senken lässt", sagt Professor Dr. Joachim Hassenpflug, Geschäftsführer der EPRD gGmbH, die das Endoprothesenregister Deutschland betreibt. So hat sich in Schweden die Revisionsrate seit Einführung eines Registers Ende der 70-er Jahre fast halbiert. "Überträgt man diese Erfahrungen beispielhaft auf deutsche Verhältnisse, ergibt sich bei vorsichtiger Schätzung ein Einsparpotenzial im mittleren zweistelligen Millionenbereich, weil sich die Rate der Frührevisionen und die längerfristige Wechselquote entsprechend verringert haben", erläutert Hassenpflug, der zugleich Direktor der Klinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel ist. "Vor allem aber bleiben vielen, meist älteren Patienten das Risiko und die Schmerzen eines erneuten Eingriffs erspart", so Hassenpflug.
Doch wie funktioniert das Endoprothesenregister Deutschland in der Praxis? Im Kern geht es darum, Daten von Krankenkassen (derzeit: AOK und Ersatzkassen) sowie von Kliniken über den Einbau von künstlichen Knie- und Hüftgelenken in pseudonymisierter Form zusammenzutragen und unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten auszuwerten. Dadurch ist es möglich, mehr über die Gründe für eine Wechseloperation zu erfahren, etwa ob es zu Komplikationen beim Einbau gekommen war oder ein vorzeitiger Verschleiß des Implantats die Ursache ist.
Das EPRD greift dafür auf ohnehin vorhandene Abrechnungsdaten der Krankenkassen und ebenfalls von den Kliniken bereits erhobene Daten aus der gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätssicherung zurück. Zusätzlich werden im Rahmen des EPRD alle Hüft- und Knie-Endoprothesen vor ihrem Einbau mit Hilfe einer neuen Software und eines Barcode-Systems im Krankenhaus erfasst. Das EPRD nutzt zudem eine von der Industrie neu geschaffene Implantat-Datenbank, in der auf dem deutschen Markt verwendete Endoprothesen verzeichnet sind.
Träger des EPRD ist die EPRD gGmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Die DGOOC macht sich bereits seit mehreren Jahren für ein Endoprothesenregister stark. "Um so erfreulicher ist es, dass nun gleich mehrere Beteiligte beim EPRD an einem Strang ziehen", sagt DGOOC-Generalsekretär Professor Dr. Fritz Uwe Niethard. Er setzt darauf, dass auf Dauer weitere Krankenkassen und vor allem zahlreiche Krankenhäuser beim EPRD freiwillig mitmachen. Niethard: "Kliniken können ihre medizinische Qualität mit dem Register steigern. Das stärkt ihre Position am Markt."
Dass der AOK-Bundesverband das EPRD unterstützt, liegt für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Graalmann nahe: "Was bei Autos funktioniert, nämlich über Produktmängel zu informieren, wird künftig durch das EPRD auch bei Implantaten leichter als bisher möglich. Die AOK engagiert sich seit langem für mehr Transparenz und Qualität in der Versorgung, etwa mit dem AOK-Krankenhausnavigator." Graalmann weiter: "Wir planen, die am EPRD beteiligten Kliniken in unserem Navigator besonders hervorzuheben."
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) geht davon aus, dass sich die schon heute hohe Qualität der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken durch das wissenschaftlich fundierte EPRD weiter steigern lässt. "Mit ihrem Engagement beim EPRD unterstreichen die Unternehmen ihre Verantwortung für die Patienten", sagt Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des BVMed. Deshalb übernehmen die Unternehmen den Aufbau einer Implantat-Datenbank und beteiligen sich an Software- Entwicklungskosten.
Für den Verband der Ersatzkassen (vdek) steht die Patientensicherheit im Vordergrund: "Leider gibt es Hinweise darauf, dass in Deutschland vergleichsweise viele Endoprothesen eingesetzt werden, bei denen später Revisionsoperationen notwendig sind", erklärt Vorstandsvorsitzender Thomas Ballast. Vom EPRD erhofft sich Ballast auf Sicht schneller als bisher Rückschlüsse auf Qualitätsmängel. Zugleich appelliert er an die Kliniken, sich möglichst zahlreich am EPRD zu beteiligen.
Pressemitteilung des EPRD vom 06.04.2011

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - Innovationspreis für Endoprothesenregister


Innovationspreis für Endoprothesenregister

(Berlin, 13. Juli 2011) Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat eine wichtige Auszeichnung gewonnen: Beim diesjährigen "dfg Award" landete das Gemeinschaftsprojekt von Ärzten, Kassen und Industrie in der Kategorie "Innovation" auf dem ersten Platz. "Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Sie ist für alle Beteiligten Bestätigung und Ansporn zugleich", erklärte Professor Dr. med. Joachim Hassenpflug, Geschäftsführer der EPRD gGmbH, anläßlich der Preisverleihung. 
Mit dem "dfg Award" - er wird vom Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg) und dem MC.B Verlag ausgerichtet – werden herausragende Leistungen von Unternehmen, Verbänden und Einrichtungen des Gesundheitswesens geehrt. Der Award-Jury gehört unter anderen Professor Dr. Eberhard Wille an, Vorsitzender des Gesundheits-Sachverständigenrates.
"Dass renommierte Experten und sachkundige dfg-Leser das EPRD so hoch einschätzen, macht uns besonders stolz", so Professor Hassenpflug. Das Votum unterstreiche aber auch, wie wichtig das sich noch im Aufbau befindliche Endoprothesenregister dafür sei, die Qualität der Versorgung weiter zu erhöhen. "Jährlich müssen etwa 35.000 Patienten in Deutschland aus unterschiedlichen Gründen einen Wechsel ihres künstlichen Hüft- oder Kniegelenks über sich ergehen lassen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass sich mit Hilfe eines Registers diese Zahl deutlich senken lässt." Langfristig könnten Register zudem als Frühwarnsystem bei Herstellungsmängeln dienen und gezielte Hinweise an betroffene Patienten erleichtern.
Das EPRD ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), des AOK-Bundesverbandes, des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) und des BQS Instituts für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut).
Pressemitteilung des EPRD vom 13. Juli 2011  

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - startet eigene Website

Endoprothesenregister startet eigene Website

(Berlin, 25. Oktober 2011) Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) ist jetzt online: Unter www.eprd.de finden Kliniken, Patienten und Journalisten Informationen zu dem Gemeinschaftsprojekt von Ärzten, Kassen und Industrie. "Rechtzeitig zum Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin sind wir für die Öffentlichkeit noch besser erreichbar. Damit tragen wir nicht zuletzt dem hohen Interesse am Register Rechnung", erläutert Professor Dr. med. Joachim Hassenpflug, Geschäftsführer der EPRD gGmbH.
Ziel des EPRD ist es, die Zahl der Wechseloperationen bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken zu senken. Allein im Jahr 2009 mussten rund 35.000 Patienten aus unterschiedlichen Gründen einen solchen Eingriff über sich ergehen lassen. "Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass sich mit Hilfe eines Registers diese Zahl deutlich verringern lässt", so Professor Hassenpflug.
Die Teilnahme am EPRD ist für Krankenhäuser und Patienten freiwillig. Zwar nimmt das Register voraussichtlich erst ab April 2012 seine Arbeit auf, doch schon jetzt haben zahlreiche Kliniken ihr Interesse bekundet. "Die neue Webseite bietet Krankenhäusern konkrete Informationen über die Teilnahmevoraussetzungen. Der finanzielle, technische und personelle Aufwand ist gering, der Nutzen für die Patientensicherheit, die Arbeitszufriedenheit der Ärzte und das Image des Hauses dagegen groß", ist sich der EPRD-Geschäftsführer sicher.
Das EPRD ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek), des AOK-Bundesverbandes, des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) und des BQS Instituts für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut).

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - Positives Presseecho zum Start der Website




Positives Presseecho zum Start der Website

(3.11.11) Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) stößt auf großes Medieninteresse. So berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer Ausgabe vom 27. Oktober 2011 ausführlich über das EPRD und seinen Nutzen für die Patienten. Auch den Start der neuen Website haben Journalisten zum Anlass genommen, sich dem Register zu widmen.
Neben dem "Deutschen Ärzteblatt" und der "Ärzte Zeitung" sowie den Klinik-Fachmagazinen "kma" und "Management & Krankenhaus" hat auch die Deutsche Presseagentur (dpa) eine Meldung über das EPRD abgesetzt. Unter anderem berichtete die größte deutschsprachige Nachrichtenagentur:  "Ein bundesweites Register für künstliche Hüft- und Kniegelenkoperationen soll künftig die Zahl unnötiger Eingriffe deutlich vermindern. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr werde mit dem Datensammeln begonnen, kündigte das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) an. Die Website für das Register wurde nun bereits zum Deutschen Orthopädie- und Unfallchirurgiekongress in Berlin freigeschaltet."
In ihrem Bericht über den Kongress geht die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf das EPRD ein. Unter der Headline "Mehr Kontrolle für Kunstgelenke" stellt die FAZ fest: "Die deutschen Orthopäden treibt eine Qualitätsdebatte um. Jetzt hofft man auf neu geschaffene Register für Patienten- und Prothesendaten."
Umfangreicher und mit mehr Hintergrundinformationen versehen widmete sich "Die Zeit" dem Endoprothesenregister Deutschland. Unter der Überschrift "Gefährliche Ersatzteile" spürt Wissenschaftsredakteur Harro Albrecht den Gründen nach, die zur Einführung des neuen Registers geführt haben. Vorausgegangen war dem Artikel ein langes Gespräch mit EPRD-Geschäftsführer Prof. Dr. Joachim Hassenpflug in dessen Büro im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel. In seinem Beitrag zieht Harro Albrecht unter anderem einen Vergleich zum Automarkt: "Wenn eine Automobilfirma versehentlich defekte Teile in eine Modellreihe eingebaut hat, kann sie über das Kraftfahrtbundesamt alle betroffenen Fahrzeuge in die Werkstatt zurückrufen. Doch bei fehlerhaften medizinischen »Ersatzteilen« ist ein solcher Rückruf – zumindest in Deutschland – so gut wie unmöglich. »Hier im Klinikum Schleswig-Holstein weiß das Krankenhaus nicht, welcher Patient welche Prothese bekommen hat«, sagt Hassenpflug. Diese Unkenntnis ist an den rund 1.200 orthopädischen Kliniken, die in Deutschland Prothesen einbauen, der Regelfall. Mit dem EPRD bekommt die Orthopädie jetzt ein zentrales Melderegister, wie es mit dem Kraftfahrtbundesamt für Autos seit 60 Jahren selbstverständlich ist."

Endoprothesenregister Detschland (EPRD) - Deutsche arthrose-Hilfe fördert Qualitätsregister



Deutsche Arthrose-Hilfe fördert Qualitätsregister

(07.12.11) Die Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. unterstützt den Aufbau des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) im Rahmen ihrer Forschungsförderung mit 150.000 Euro. "Das Register wird dringend benötigt, denn es sichert die Qualität der Behandlung, gerade auch bei Arthrose. Unser Dank gilt allen Beteiligten, die zur Verwirklichung dieses bedeutenden Projektes beitragen", erklärt Dr. med. Helmut Huberti, Präsident der Deutschen Arthrose-Hilfe e. V.
Die Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. ist gemeinnützig. Der Verein berät Menschen mit Arthrose (Gelenkverschleiß), informiert umfassend mit Unterstützung zahlreicher internationaler Experten über das Krankheitsbild und fördert darüber hinaus die Arthroseforschung nachhaltig – und nun auch das EPRD. Nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe e. V. leiden etwa zwei Millionen Menschen in der Bundesrepublik täglich unter Gelenkschmerzen aufgrund einer Arthrose. Der Einsatz eines künstlichen Gelenks kann ihre Lebensqualität deutlich steigern. Nach einer Operation sind die Patienten wieder beweglicher und haben meist keine Schmerzen mehr. "Betroffene erleben diese Operation als bedeutendes Ereignis", sagt Dr. Helmut Huberti, "sie müssen darauf vertrauen, dass die Prothese lange hält - am besten ein Leben lang. Wir müssen daher die Qualität dieser Behandlung immer weiter verbessern."
Im Jahr 2009 haben rund 390.000 Patienten mit starkem Gelenkverschleiß oder nach Brüchen Hüft- und Knie-Endoprothesen erhalten. Darunter sind auch 35.000 Wechseloperationen (Zweit-Operationen), bei denen künstliche Gelenke ausgetauscht werden mussten. Über die Gründe dafür ist bislang wenig bekannt. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen jedoch, dass sich mit Hilfe eines Registers die Zahl der Revisionen deutlich senken lässt. "Für alle Kliniken und Patienten muss es selbstverständlich sein, sich am EPRD zu beteiligen", sagt Dr. Helmut Huberti.
Das EPRD - es ist ein freiwilliges Angebot für Kliniken und Patienten - befindet sich seit Anfang 2011 im Aufbau. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine erste Testphase mit verschiedenen Kliniken. Voraussichtlich im Frühjahr 2012 wird das Register seine Arbeit aufnehmen. "Wir danken der Deutschen Arthrose-Hilfe herzlich für die Unterstützung. Die Fördermittel helfen uns dabei, das Register aufzubauen und in Betrieb zu nehmen", sagt Professor Dr. Joachim Hassenpflug, Geschäftsführer der EPRD gGmbH.
Die ERRD gGmbH ist - nicht zuletzt um die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu wahren - eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Weitere Partner des Projekts sind: der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), der AOK-Bundesverband, der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und das BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut).

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) - Ethik-Kommission gibt Placet



Ethik-Kommission gibt Placet

(21.12.11) Die Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät in Kiel hat dem Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) ihren Segen gegeben. Dem vorgelegten Studienplan – er beinhaltet unter anderem ein Datenschutzkonzept – hat die Kommission jetzt ohne Beanstandungen zugestimmt. „Das ist eine weitere Bestätigung für unsere Arbeit und unterstreicht zudem die Unabhängigkeit und den wissenschaftlichen Anspruch des EPRD“, sagt Prof. Dr. Joachim Hassenpflug, Geschäftsführer der EPRD gGmbH und zugleich Direktor der Klinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Kiel).
Die EPRD gGmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Endoprothesenregister dann am besten funktionieren, wenn sie unter dem Dach der jeweiligen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft angesiedelt sind. „Das genaue Erfassen der Gründe für den Austausch eines bereits implantierten Hüftgelenks lässt sich so am besten sicherstellen. Darüber hinaus ist damit die Auswertung der Datensätze zu Forschungszwecken gewährleistet“, betont Hassenpflug.
Dies ist auch beim EPRD der Fall. So erhalten nicht nur die teilnehmenden Kliniken und die Implantat-Hersteller künftig einmal jährlich individuelle Berichte vom neuen Register, das sich derzeit im Aufbau befindet und im Frühjahr 2012 seinen Betrieb aufnimmt. Das EPRD wird auch Patienten, Presse und Politik mit Hilfe von allgemein zugänglichen Jahresberichten über seine Ergebnisse informieren. „Wir legen großen Wert auf Transparenz, um das Vertrauen von Kliniken, Ärzten und Patienten zu gewinnen. Nur so ist es möglich, sie von einer freiwilligen Teilnahme am EPRD zu überzeugen.“
Das EPRD wird seine Daten darüber hinaus auf Antrag prinzipiell auch Wissenschaftlern für Forschungszwecke zur Verfügung stellen – selbstverständlich nur im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen. „Mit dem EPRD entsteht aufgrund der hohen Fallzahlen in Deutschland mittelfristig das größte Endoprothesenregister in Europa. Von diesem Datenschatz profitieren am Ende alle: Patienten, Ärzte, Kliniken, Industrie, Krankenkassen und die Wissenschaft.“
Den Aufbau des EPRD unterstützen neben der DGOOC auch der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek), der AOK-Bundesverband, der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und das BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut). Im Rahmen ihrer Forschungsförderung stellt zudem die Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. 150.000 Euro für das EPRD bereit.
Gute Argumente für Endoprothesen und das EPRD liefert ein neuer Film des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), in dem EPRD-Geschäftsführer Prof. Dr. Joachim Hassenpflug zu Wort kommt:
Die Notwendigkeit des EPRD unterstreichen auch Jürgen Malzahn vom AOK-Bundesverband in einemVortrag und Dorothee Krug vom Verband der Ersatzkassen (vdek) e.V. in einem Artikel, die jetzt neu auf der Website zu finden sind. Das gilt auch für einen Beitrag aus dem BVMed-Magazin anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie 2011.