Die große Reise

2 Titangelenke in 10 Wochen ...

Die große Reise beginnt...erneut..


Diesesmal mache ich es besser...

Ich habe ein großes Ziel!

Ihr habt die Chance mich zu begleiten!


Samstag, 13. Oktober 2012

Ironman Hawaii 2012: TV und Public Viewing


Andreas Raelert in den Lavafeldern beim Ironman Hawaii 2011

Kona für DaheimgebliebeneIronman Hawaii 2012: TV und Public Viewing

Langstrecke | 8. Oktober 2012
Sie gehören auch zu denen, die die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii nicht live vor Ort, sondern vom heimischen Sofa aus oder beim Public Viewing mit Freunden verfolgen werden? Auf Nachrichten, Interviews und Bilder rund um das wichtigste Rennen des Jahres müssen Sie im kühlen Deutschland trotzdem nicht verzichten – unsere Tipps für das Rennwochenende.
Neben tri-mag.de, das Sie aktuell über das Renngeschehen hält und direkt nach der Entscheidung mit den Stimmen der Sieger und Verlierer versorgt, können Sie den Kampf um die Kona-Krone auch im englischsprachigem Livestream (www. ironman.com) oder im frei empfangbaren Fernsehen verfolgen. In der Sendung „heimspiel! extra“ des hr-Fernsehens kommentieren Ralf Scholt, Dirk Froberg und Ex-Profi Steffen Liebetrau am Sonntagmorgen, dem 14. Oktober, ab 0:50 Uhr für knapp drei Stunden live die Entscheidung auf der Pazifikinsel.
Auch den 18. Oktober sollten Sie sich im Kalender markieren. Dann fasst der Spartensender SPORT1 die Höhepunkte der Ironman-WM in einer 30-minütigen Sendung (17.30 Uhr bis 18.00 Uhr) noch einmal zusammen.

Public Viewing in Hannover und Bonn

Wer das Rennen des Jahres mit Freunden auf einer Großbildleinwand oder großen LCD-Displays sehen möchte, muss nach Hannover oder Bonn fahren. Die Triathlon-Abteilung von Hannover 96, das Sportteam Augath und die Agentur Eichels laden in die Sportbar "Nordkurve" in der Nähe der AWD Arena. Der Livestream soll auf acht Großbildleinwänden (bis 107 Zoll) ab 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) gezeigt werden. Ab 00:50 Uhr beginnt die 170-minütige Liveübertragung des hr-Fernsehens.
Im Sportpark Nord in Bonn hat sich sogar prominenter Besuch angekündigt. Thomas Hellriegel, 1997 erster deutscher Sieger auf Hawaii, und Profi Clemens Coenen werden beim von den TriRebels organisierten Public Viewing auf einer Leinwand dabei sein. Für zehn Euro gibt es es Salat und Pasta. Wer sich am Samstagabend in der Nähe des Hotels "Mohrenwirt" in Fuschl am See (Salzburger Land) aufhält, hat Glück. Denn auch dort wird das Rennen ab 18.30 Uhr als Livestream übertragen.

Good Morning Hawaii! "Dig Me Beach": Der Showroom des Ironman


Guten Morgen am "Dig me beach"

Good Morning Hawaii!"Dig Me Beach": Der Showroom des Ironman

Langstrecke | 8. Oktober 2012
Das morgendliche Schwimmtraining am "Dig Me Beach" ist ein Ritual, dem sich in den Tagen vor dem Start zum Ironman Hawaii fast keiner der bis in die Zehenspitzen motivierten Athleten entziehen kann. Der kleine Strand im Zentrum von Kailua-Kona ist für wenige Tage im Jahr das unumstrittene Zentrum der Triathlonwelt.
Wenn die ersten Sonnenstrahlen das Wasser in der Bucht von Kailua-Kona in gleißendes Licht tauchen, ist es am sonst so beschaulichen "Dig Me Beach" mit der Ruhe endgültig vorbei. Eine Woche vor dem Start zum Ironman Hawaii erwacht das Leben an dem kleinen Fleckchen Sand im Zentrum von Kailua-Kona - nur wenige Meter vom späteren Ziel des Ironman Hawaii entfernt.
Schon um sechs Uhr morgens schlurfen die Frühaufsteher unter den Athleten voller Trainingseifer den legendären Alii Drive entlang zum beliebtesten Treffpunkt der gesamten Ironmanwoche. Kaum 50 Quadratmeter misst der; für ein Handtuch ist am wohl kleinsten und ganz sicher berühmtesten Strand im Triathlon kein Platz - schon gar nicht für einen Sonnenschirm. Doch den braucht dort auch niemand.

Der Strand, der die Triathlonwelt bedeutet

Auch Andreas und Michael Raelert, die beiden deutschen Mitfavoriten, nicht. Mit zwei schnittigen Motorollern haben sie sich kurz nach sieben Uhr auf den Weg zum morgendlichen Schwimmtraining gemacht. Noch etwas müde, aber guter Dinge inspizieren die beiden Deutschen zum ersten Mal in diesem Jahr jenen Mini-Strand, der - zumindest im Triathlon - die Welt bedeutet. Ein Foto hier, etwas Smalltalk da - man kennt die Raelerts in Kona. "Ihr seid meine absoluten Favoriten", ruft ihnen ein amerikanischer Agegrouper zu, der zur Belohnung einen gemeinsamen Schnappschuss mit nach Hause nehmen darf. Und während sich die beiden Superstars etwas abseits für ihre lockere 4-Kilometer-Einheit startklar machen, tummeln sich entlang der leuchtend roten Bojen schon unzählige Athleten aus aller Herren Länder - Profis wie Agegrouper. Eine Kette aus bunten Badekappen zieht sich hinaus bis zu letzten sichtbaren Streckenmarkierung. Der Pazifik brodelt - dabei sind es noch sechs Tage bis zum Startschuss. Doch die morgendliche Trainingseinheit auf der freigegebenen Schwimmstrecke ist Pflichtprogramm. Sie gehört für die etwa 1.800 qualifizierten Athleten einfach dazu.
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Am "Dig Me Beach" will jeder schon einmal zeigen, was er dran und drauf hat. Die einen zwängen sich dafür in ihre hautengen Schwimmanzüge, andere stürzen sich in der guten alten Speedo oder im Bikini in die türkisblauen, aber in diesem Jahr noch ungewöhnlich ruhigen Fluten am Pier von Kona. Wieder andere machen es sich einfach auf der Kaimauer bequem und beobachten das bunte Treiben - oder die Meeresschildkröten, die sich den Strand jedes Jahr in der Woche der Ironman World Championships mit Hunderten hochmotivierten Zweibeinern teilen müssen. Nach drei Stunden ist die tägliche Strand-Show meist schon wieder vorbei. Viele Frühsportler verkrümeln sich dann in eins der vielen Cafés entlang des Alii Drive oder nutzen den Morgen gleich für einen kurzen Trainingslauf - gern auch mit freiem Oberkörper - zurück zum Hotel. Andere schwingen sich direkt auf ihre Zeitfahrmaschinen. Fürs nächste Schaulaufen - auf dem Queen K Highway in Richtung Hawi. (trimag)

Donnerstag, 11. Oktober 2012

FELIX BAUMGARTNER - Mission abgebrochen


FELIX BAUMGARTNERMission abgebrochen

Von Jeri Clausing
Felix Baumgartner wartete, und mit ihm die ganze Welt. Immer wieder wurde der Stratosphärensprung verschoben, am Abend schließlich abgesagt. Der Wind. Eine herbe Enttäuschung für den Österreicher, am Donnerstag hat er noch eine Chance.

Der Österreicher Felix Baumgartner will von seinem Rekordsprung aus der Stratosphäre in Höhe von 37 Kilometern nicht ablassen: Nachdem am Dienstag ein Versuch wegen schlechter Wetterbedingungen kurzfristig abgebrochen werden musste, nehmen Baumgartner und sein Team nun den Donnerstag ins Visier. Das Zeitfenster allerdings ist klein, denn es ist Regen angesagt. Dies wäre der letzte mögliche Termin in diesem Jahr.
Der Extremsportler saß am Dienstag bereits in einer Spezialkapsel, als das Kommandozentrum kurz vor dem Start die Mission unterbrach. Baumgartner war über den Abbruch sichtlich enttäuscht. Er hatte den Sprung wegen einer Kaltfront bereits von Montag auf Dienstag verschieben müssen und dann wegen des starken Windes im US-Staat New Mexico mehrere Stunden lang startbereit ausharren müssen - zunächst hieß es, es sollte um 14.30 MESZ losgehen, dann wurde der Sprung immer weiter bis auf 19.30 nach hinten geschoben. Der Heliumballon, der die Kapsel tragen sollte, ist so dünn, dass er nur abheben kann, wenn die Windgeschwindigkeit unter 3,2 Kilometern pro Stunde liegt.
Nach Angaben des Meteorologen der Mission war die Windgeschwindigkeit bereits am frühen Dienstagmorgen zu stark, um den Rekordsprung zu wagen. Als der Wind anschließend ein wenig nachließ, wurde der Ballon aufgeblasen und Baumgartner ging in die Kapsel. Doch Livebilder vom Befüllen des Ballons zeigten, dass der Wind das dünne Material herumwirbelte, welches nun beschädigt sein könnte.

308 Meter in einer Sekunde fallen

Baumgartner will im freien Fall mit einer Geschwindigkeit von über 1100 Kilometern pro Stunde die Schallmauer durchbrechen. Sein Team teilte mit, einen zweiten Ballon zur Verfügung zu haben und damit einen neuen Versuch am Donnerstag anzustreben.
Der 43-jährige, auch «furchtloser Felix» genannt, will den höchsten und schnellsten freien Fall der Geschichte wagen. Der Ballon sollte Baumgartner in knapp drei Stunden mehr als drei Mal so hoch bringen, wie ein Passagierjet in der Regel fliegt. Um ihn herum soll ein Vakuum herrschen, es gibt so gut wie keinen Sauerstoff, der Luftdruck beträgt weniger als ein Prozent im Vergleich zur Erdoberfläche. Nach dem Plan sollte er nach seinem Sprung innerhalb einer halben Minute in einer Höhe von etwa 30.480 Metern Schallgeschwindigkeit erreichen, wobei er in einer Sekunde 308 Meter fallen und danach in der zunehmend dichteren Erdatmosphäre langsamer werden sollte.
Der Sprung ist äußerst gefährlich: Erblindung, Genickbruch, Blutgerinnsel oder Ohnmacht könnten dabei auftreten und für Baumgartner zu einem fatalen Ende führen. Der Sponsor Red Bull wollte das gesamte Abenteuer mit zahlreichen Kameras im Internet übertragen. Die Organisatoren kündigten mit Blick auf die Möglichkeit eines tragischen Ausgangs der Aktion an, dass die Übertragung mit 20 Sekunden Verzögerung erfolgen würde. Baumgartner hatte angekündigt, dass der Sprung aus der Stratosphäre sein letzter sein sollte.
iwi/news.de/dapd/dpa

Felix Baumgartner - Die verrückte Reise zur Erde



23. JULI 2012

EXTREMSPORTLER FELIX BAUMGARTNERDie verrückte 
Reise zurück zur Erde

 Von NORBERT MAPPES-NIEDEK
Felix Baumgartner beim Sprung vom Taipei 101-Tower. Foto: REUTERS
Ihm könnte das Blut kochen, er könnte aber 
auch erfrieren: Trotz großer gesundheitlicher 
Risiken will der Österreicher Felix Baumgartner 
als erster Mensch im freien Fall und ohne 
schützendes Flugzeug die Schallmauer durchbrechen.
Wenn es das Gefühl des freien Falls war, das Felix Baumgartner zu seinem Sprung aus 36 Kilometern Höhe bewogen hat, dann wird es eine Enttäuschung. Bei Joe Kittinger jedenfalls, seinem großen Vorspringer, mochte sich das Gefühl im Jahr 1960 nicht einstellen. Er fühlte sich eher, als hätte er auf dem Weg nach oben die Haltestelle verpasst und wäre aus Versehen im Weltall gelandet. Er fiel nicht, als er aus seiner Kapsel ausstieg. Er schwebte nur. Das heißt, er fiel schon – 31 332 Meter tief. Aber er merkte nichts davon.
In der Stratosphäre wirkt, anders als im Weltall, die Erdanziehung noch fast genauso stark wie auf der Erde. Was fehlt, sind die Wolken, die man passiert und die Berge, die immer näher kommen. Es fehlt auch der Wind, der einem um die Ohren rauscht. Es fehlt eigentlich alles hier, in 36 Kilometern Höhe. Unten sieht man eine Landkarte, oben einen pechschwarzen Himmel. Schwarz, weil es nichts gibt, worin das Sonnenlicht sich brechen könnte. Denn es fehlt hier auch die Luft.
Irgendwann in den nächsten Tagen oder im August will der 43-jährige gelernte Kfz-Mechaniker Baumgartner mit einem Heliumballon höher aufsteigen als jeder Mensch vor ihm. Alles ist minuziös geplant, nur der Tag nicht. Es muss wolkenlos und windstill sein, eine Bedingung, die vor allem im sommerlichen Arizona gegeben ist. Dort, in den USA, sind auch die Raumfahrtexperten konzentriert, die man dazu braucht. Aufsteigen wird der Extremsportler mit einer kleinen Raumkapsel, die unten am Ballon hängt. Dann, so haben es die Experten errechnet, wird es fünfeinhalb Minuten dauern, bis sein Fallschirm ihn fängt und später sanft in den Wüstensand von Arizona setzt.
Ohne es zu merken, wird der Mann aus dem Salzburger Land in diesen fünfeinhalb Minuten immer schneller fallen, wie ein Stern, der auch ständig fällt, der uns aber wie fest am Himmel angeschraubt vorkommt. Geplant ist, dass er als erster Mensch im freien Fall und ohne schützendes Flugzeug die Schallmauer durchbricht. In großer Höhe ist der Schall wegen der Kälte etwas langsamer als auf der Erde, aber immer noch über 1 000 Stundenkilometer schnell. Das merkt Felix Baumgartner dann schon: Der Schall könnte knallen wie eine Kanonenkugel.
Hat das linke Bein schon Schallgeschwindigkeit erreicht, der Kopf von Felix Baumgartner aber noch nicht, geraten Druckwellen in Kollision. Dabei kann jedes Objekt, auch Baumgartner, gewaltig in Turbulenzen geraten. Besondere Sorge mache ihm die Wechselwirkung der Schockwellen, sagt Jonathan Clark, einst Chef der Raumfahrtmedizin beim Space Shuttle der Nasa. „Das ist die größte Unbekannte.“ Gleich wiegelt Clark aber wieder ab. Da oben ist die Luft so dünn, sagt Clark, dass der Durchbruch durch die Schallmauer wohl kein „übertriebenes Wagnis“ sei.
So wie Clark pendeln die Experten alle zwischen Sensation und Sicherheit, zwischen Beunruhigung und Beschwichtigung, wenn man sie zu den Risiken des Fluges befragt. Das ist ganz im Sinn des österreichischen Getränkekonzerns Red Bull, der das Unternehmen sponsert. Der Brausehersteller spielt professionell mit solchen Ambivalenzen. Es kann nichts, es könnte aber alles passieren: Das ist die Botschaft.
Fallen wie ein Ahornsamen
Schallgeschwindigkeit sollte Baumgartner mindestens erreichen. Verfehlt er sie, kommt er über den Rekord des US-Testpiloten Kittinger kaum hinaus, und der liegt schon mehr als 50 Jahre zurück. Schnell soll Baumgartner also schon fallen, doch nicht zu schnell. Dann nämlich wird der Mann zum Propeller und fällt wie ein Ahornsamen in immer schnelleren Umdrehungen zu Boden. „Dass Felix ins Trudeln kommt, ist eine reale Gefahr“, sagt Jonathan Clark. Passiert das, kann man nichts mehr tun. „Liegt die Achse der Drehung im Oberkörper, so sackt das Blut in die Füße, und er verliert das Bewusstsein. Liegt die Drehachse unten, könnten die Folgen Augen- und Hirnblutungen sein.“
Ins Trudeln gekommen war einst Joe Kittinger bei einem Testflug. Er hatte Glück: Die Achse lag oben, und er kam nur bewusstlos auf der Erde an. Der tödliche „Red out“, wie Clark das nennt, blieb ihm erspart.
Es gibt zwei Rezepte gegen das Todestrudeln. Das eine ist eine gute Flugtechnik, wie Fallschirmspringer sie entwickeln. „Die hat Felix“, sagt Clark. Das andere Rezept ist ein kleiner Fallschirm, der über einem hängt und wie ein Stabilisierungsanker unter einem Schiff wirkt. Er bringt Ruhe in die Bewegung, verlangsamt den Fall aber auch leicht. Deshalb kommt er nur als Lebensretter zum Einsatz. Er wird automatisch ausgelöst, wenn Felix Baumgartner sich sechs Sekunden lang jeweils mehr als 3,5 Mal pro Sekunde um seine Achse dreht.
Zwischen Hitze und Kälte
Wie die Astronauten trägt Baumgartner einen Druckanzug. Reißt der Anzug an einer Stelle, beginnen Baumgartners Körperflüssigkeiten zu kochen; zuerst der Speichel, zuletzt das Blut. Mit dem Luftdruck sinkt der Siedepunkt bis weit unter Körpertemperatur. Schützen muss der Anzug auch gegen die Kälte. In 36 Kilometern Höhe ist es mit minus 23 Grad noch verhältnismäßig warm. Richtig kalt wird es beim Eintritt in die obere Schicht der Atmosphäre. Dort hält das Ozon das Sonnenlicht ab, zugleich wird kaum Wärme von der Erde zurückgestrahlt und die Temperatur sinkt auf minus 56 Grad. So kalt ist es, dass der Ballon spröde wird wie eine Christbaumkugel und dass er bei zu starkem Wind auch genauso zerplatzt.
Der Ertrag des Fluges für die Wissenschaft wird eher bescheiden sein, auch wenn das so niemand sagen möchte. Hier und da wird etwas getestet – der Raumanzug oder Bewegungsabläufe für künftige Weltraumtouristen. Jonathan Clark verweist auf den Wert für die sogenannte Ferntherapie, bei der Arzt und Patient räumlich weit auseinander sind. Ein Monitorsystem unter Baumgartners Druckanzug versorgt die Kollegen am Erdboden mit allen nötigen Daten. Es kann auch von anderen Menschen „unter extremen Bedingungen“ genutzt werden, sagt Clark, von Extremsportlern, von Feuerwehrleuten oder beim Militär.

Felix Baumgartners Rekordsprung

Bildergalerie ( 26 Bilder )
Drei Männer sind bei den gewagten Unternehmen des Sponsors schon ums Leben gekommen, zuletzt der Schweizer Basejumper Ueli Gagenschatz, als er vom Zürcher Sunrise-Tower sprang. Aber der Vorwurf, der Konzern treibe Menschen in den Tod, prallt an Red Bull ab. Felix Baumgartner springt schon seit 15 Jahren für die Firma – in Schluchten, von Bergen, Brücken oder vom höchsten Gebäude der Welt, den Petronas Towers in Kuala Lumpur. Ohne das Geld des Konzerns, das in die Sicherheit des Springers fließt, wären seine Sprünge wohl noch waghalsiger.
Verrückt ist der da oben, nicht die unten. Als Joe Kittinger 1960 mit seinem Ballon aufstieg, blies sich sein rechter Handschuh nicht auf. Er merkte es sofort. Als er oben ankam, war seine Hand bis auf das Doppelte ihres Volumens angeschwollen und zu nichts mehr zu gebrauchen. Er stieg trotzdem weiter und sprang. „Hätte ich das denen unten erzählt“, so Kittinger später, „dann hätten sie mir sofort befohlen, das Unternehmen abzubrechen.“ Das wäre ihm zu peinlich gewesen. (Frankfurter Rundschau)

Baumgartners Schallmauer-Sprung - Eine medizinische Betrachtung


Ärzte Zeitung, 11.10.2012

Baumgartners Schallmauer-Sprung

Eine medizinische Betrachtung

Der Extremsportler Felix Baumgartner will sich aus 36 Kilometern Höhe in die Tiefe stürzen - und die Schallmauer durchbrechen. Die möglichen Folgen: Erblindung und eine Arm-Amputation.
Von Beate Schumacher
Im freien Fall durch die Schallmauer - wird Extremsportler die Druckwelle überleben?
Felix Baumgartner in Roswell nach dem Abbruch seines ersten Startversuchs: "Das Glück war nicht auf meiner Seite."
© Balazs Gardi / Red Bull / dpa
ROSWELL. Der Österreicher Felix Baumgartner ist professioneller B.A.S.E-Jumper - bisher machte er durch spektakuläre Sprünge von Gebäuden (B für Building), Antennen (A für Antenna), Brücken (S für Span) oder Klippen (E für Earth) auf sich aufmerksam, zum Beispiel vom Petrona Tower in Kuala Lumpur oder vom Viaduc von Millau, der höchsten Brücke der Welt.
Doch die Welt ist ihm nicht mehr genug. Mit einem Sprungplatz in der Stratosphäre will er nun so hoch hinaus wie kein anderer vor ihm.
Wenn das Wetter mitspielt, wird er am Sonntag im US-Bundesstaat New Mexico seinen Rekordsprung wagen. Am Dienstag war ein erster Versuch wegen zu starken Windes abgeblasen worden.
Auf den Sprung hat sich der 43-Jährige mit einem großen Team aus Ingenieuren, Raumfahrtexperten und Ärzten seit fünf Jahren vorbereitet.
Zum Schutz gegen Kälte, geringen Luftdruck und Wind wird er einen in der Raumfahrt üblichen Druckanzug mit Sauerstoffflaschen tragen.
In einer Kapsel, die an einem Heliumballon befestigt ist, wird er in den Himmel aufsteigen - bis auf gut 36 Kilometer Höhe, wo das Helium keinen weiteren Auftrieb bietet. Hier wird Baumgartner die Kapsel öffnen und sich in die Tiefe stürzen.

Gefahr der Bewusstlosigkeit

Nach ungefähr 30 Sekunden im freien Fall soll er mit einer Geschwindigkeit von 1100 Stundenkilometern Richtung Erde rasen - und damit als erster Mensch außerhalb eines Flugzeugs die Schallmauer durchbrechen.
"Was dabei passieren wird, lässt sich nicht vorhersagen", sagte Professor Rupert Gerzer, Leiter des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin (DLR) in Köln, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".
Beim Durchbrechen der Schallmauer werde es eine Druckwelle geben, die Baumgartners Körper zusammendrücken oder auch einen Arm herausreißen könne.
Um das zu verhindern, müsse Baumgartner aerodynamisch günstig, "möglichst wie ein Pfeil", durch die Luftwand fliegen.
Nach weiteren fünf Minuten im freien Fall wird Baumgartner dann, wenn alles nach Plan läuft, auf einer Höhe von 1,5 Kilometern seinen Fallschirm öffnen. Sollte er dazu nicht in der Lage sein, wird der Fallschirm automatisch aufgehen.
Außer der Schallmauer können nämlich auch starke Windböen in der Stratosphäre dem Österreicher gefährlich werden. "Wenn Baumgartner ins Trudeln gerät, ist das wie in einer Zentrifuge", sagt Gerzer.
Je nachdem, wohin das Blut gepresst wird, kann es zur Unterversorgung des Hirns oder auch zur Erhöhung des Hirndrucks und dadurch zu Bewusstlosigkeit und Erblindung kommen.

Nur eine 50-50-Chance?

Kritisch ist nach Einschätzung von Gerzer auch der Moment, wenn der Fallschirm sich öffnet und starke Bremskräfte wirksam werden.
Angesichts solcher Risiken drängt sich die Frage nach der Motivation für dieses Wagnis auf.
In einem Interview sagte Baumgartner jüngst: "Ich wollte schon immer an der Spitze stehen. Mein ganzes Leben ist darauf ausgerichtet, dort hinzukommen. Aber je höher du kommst, desto tiefer fällst du. Davor fürchten sich die meisten Leute. Ich nicht."
Wenn alles gut geht, wird Baumgartner mit seinem Sprung gleich mehrfach an der Spitze stehen: Er hält dann den Rekord für den höchsten Ballonflug, den längsten freien Fall und den schnellsten freien Fall.
Wie stehen die Chancen, dass Baumgartner seinen tiefen Fall unversehrt übersteht? Laut Gerzer ist "theoretisch alles machbar".
Immerhin wurde ja schon im Jahr 1960 ein Sprung aus 31 Kilometern Höhe erfolgreich absolviert, damals von Joseph Kittinger, der nun auch Mitglied von Baumgartners Team ist.
Weniger zuversichtlich äußerte sich jedoch Wolfgang Köstler von der Wiener Akademie für Flugmedizin. Gegenüber österreichischen Medien sagte er, Baumgartner habe lediglich eine 50-prozentige Chance, dass alles glattgehe. (ärztezeitung)

Montag, 1. Oktober 2012

Tischtennis - World Cup: Silbermedaille für Timo Boll und erster Titelgewinn für Ma Long


30.09.2012 – INTERNATIONAL

World Cup: Silbermedaille für Timo Boll und erster Titelgewinn für Ma Long

World Cup: Silbermedaille für Timo Boll und erster Titelgewinn für Ma LongGold für China, Silber und Bronze für Europa
Liverpool. Mit dem Finaleinzug beim World Cup in Liverpool hat sich Timo Boll nach seinem frühen Ausscheiden bei den Olympischen Spielen eindrucksvoll auf der internationalen Bühne zurückgemeldet. Der Sieger von 2002 in Jinan und 2005 in Lüttich musste in seinem vierten Weltpokalendspiel allerdings die Überlegenheit des Chinesen Ma Long anerkennen. Der Weltranglisten-Zweite sicherte sich bei seiner dritten World-Cup-Teilnahme durch ein klares 11:4, 11:3, 11:8 und 11:9 über den Düsseldorfer erstmals den Titel und den Siegerscheck in Höhe von 45.000 Dollar.
Vierte Endspielteilnahme des Düsseldorfers
Dem Silbermedaillengewinner Timo Boll bleibt immerhin ein Trostpflaster in Höhe von 25.000 Dollar. In seinem vierten Finale nach 2002, 2005 und 2008 blieb der aktuell in der Welt auf Position sieben notierte Deutsche allerdings weitgehend chancenlos. Für die überraschend klare Niederlage hatte der WM-Dritte von Rotterdam eine Erklärung parat: "Im Finale sind rund 60 bis 70 Prozent meiner Aufschläge ohne die Qualität geblieben, die man braucht, um gegen so einen druckvollen Spieler wie Ma Long zu bestehen. Ich bin zwar insgesamt mit dem Turnier sehr zufrieden, aber den Verlauf des Endspiels hatte ich mir schon etwas anderes vorgestellt." Ma Long, der im Halbfinale im Duell zweier Spieler aus dem Reich der Mitte dem Weltranglisten-Dritten Xu Xin nicht den Hauch einer Chance ließ, hatte dem Rekordeuropameister vor dem Endspiel bereits elfmal gegenübergestanden und dabei bereits drei Niederlagen kassiert, darunter zwei überaus empfindliche: im Mannschaftsfinale der WM 2010 in Moskau sowie im Halbfinale des World Cups 2008 in Lüttich.
Starker Boll steigert sich bis zum Finale von Match zu Match
Boll hatte dennoch allen Grund, nach dem Endspiel eine positive World-Cup-Bilanz zu ziehen: Ich kann mit meiner Form hier in Liverpool sehr zufrieden sein. Ich habe vom ersten Tag an gut gespielt und konnte mich Turnierverlauf noch weiter steigern." In den vier Begegnungen vor dem Endspiel hatte sich Timo Boll zuvor mit glänzenden Leistungen im Halbfinale gegen den dreimaligen Weltpokalsieger Vladimir Samsonov (Weißrussland/4:2), im Viertelfinale ohne Satzverlust gegen Defensivkünstler Joo Saehyuk (Südkorea) sowie in der Vorrunde gegen den Olympia-Viertelfinalisten Jiang Tianyi (Hongkong) und Frankreichs Musketier Adrien Mattenet durchgesetzt. Selbst einen 0:2-Rückstand gegen Samsonov, der später im Spiel um Platz drei seine starke Form mit einem Erfolg über Xu Xin unter Beweis stellte, wandelte Boll souverän mit Weltklassetischtennis in einen Sieg um. "Wir hatten sehr lange nicht mehr gegeneinander gespielt. Vladi hat von Anfang an sehr präzise und voller Selbstvertrauen gespielt, ich habe etwas länger gebraucht", erklärte Boll die zwei Sätze währende Anlaufphase. Boll: "Es war, nachdem ich einmal meinen Rhythmus gefunden hatte, ein sehr gutes Spiel von mir."
Ma Long und Timo Boll: Jubel über den Titel und Unzufriedenheit über eine klare NiederlageMa Long und Timo Boll: Jubel über den Titel und Unzufriedenheit über eine klare Niederlage
Lob von Bundestrainer Roßkopf und Präsident Weikert
Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf lobte die Leistung seiner Nummer eins. "Das Finale ist etwas klar ausgeganen, aber das kann gegen einen Spieler wie Ma Long immer einmal passieren. Timo hat sich bei diesem World Cup aber sehr gut präsentiert. In der Vorrunde war er souverän und hat auch schwierige Gegner wie Samsonov und Joo dominiert." DTTB-Präsident Thomas Weikert war ebenfalls von Bolls Vorstellungen angetan: "Das ist einmal mehr ein herausragender Erfolg für Timo, der sich nach den Olympischen Spielen eindrucksvoll gegen diese Weltklassegegner zurückgemeldet hat. Er hat erneut gezeigt, dass er einer der wenigen Spieler in der Welt ist, der immer in der Lage ist, bei den Topevents um den Titel mitzuspielen."
Olympia-Dritter Ovtcharov bei seinem fünften Start nicht frisch genug
Für Bolls Nationalmannschaftskollegen Dimitrij Ovtcharov hingegen war das Turnier bereits gestern nach der Vorrunde beendet gewesen. Der Olympia-Dritte aus Hameln verpasste in Liverpool bei seiner fünften Weltpokalteilnahme erstmals das Viertelfinale und beendete seine Vorrundengruppe nach Niederlagen gegen Maze (2:4) und Joo (0:4) sowie einem 4:1-Erfolg über den Brasilianer Thiago Monteiro diesmal nur als Gruppendritter. Ovtcharov: "Die letzten Monate vor und nach Olympia waren sehr anstrengend. Ich bin hier einfach nicht frisch genug gewesen. Ich hoffe, dass ich bis zur EM in zweieinhalb Wochen in Dänemark wieder gut drauf bin." Ovtcharovs Erklärung wurde von Bundestrainer Jörg Roßkopf ergänzt: "Es war zwangsläufig, dass für Dima solch ein Loch irgendwann nach Olympia kommen musste. Darüber haben wir auch gesprochen. Dass es gleich beim ersten großen Turnier im Anschluss an London passiert, ist schade, aber nicht zu ändern." Roßkopf weiter: "Dima ist wegen einiger Termine nach Olympia nicht so zum Training gekommen. Er ist aber ein Spieler, der sich normalerweise akribisch auf Turniere vorbereitet und der das auch braucht. Es ist an der Zeit, dass für ihn nun wieder eine intensive Trainingsphase kommt, das ist hier in Liverpool deutlich geworden."

DIE ERGEBNISSE

Sonntag

Finale
Timo Boll - Ma Long CHN 0:4 (-4,-3,-8,-9)
Spiel um Platz 3
Xu Xin CHN - Samsonov BLR 2:4 (-8,-5,7,-1,6,-6)
Halbfinale 
Timo Boll - Vladimir Samsonov BLR 4:2 (-7,-8,2,7,7,10)
Ma Long CHN - Xu Xin CHN 4:0 (4,4,4,8)

Samstag

Viertelfinale
Chuang Chih-Yuang TPE - Vladimir Samsonov BLR 3:4 (9,-6,6,-7,-10,10,-10)
Timo Boll GER - Joo Saehyuk KOR 4:0 (4,7,8,4)
Ma Long CHN - Michael Maze DEN 4:0 (4,5,7,7)
Xu Xin CHN - Jiang Tianyi HKG 4:0 (5,6,2,10)

VORRUNDE


Gruppe 1: 
Ma Long CHN, Chuang Chih-Yuan TPE, Adrian Crisan ROU, Paul Drinkhall ENG
Runde 1: Ma - Crisan 4:1; Chuang - Drinkhall 4:1
Runde 2: Ma - Chuang 0:4; Crisan - Drinkhall 4:1
Runde 3: Ma - Drinkhall 4:0; Chuang - Crisan 3:4
Endstand: 1. Chuang 2:1, 2. Ma Long 2:1, 3. Crisan 2:1, 4. Drinkhall 0:3
Gruppe 2: Xu Xin CHN, Vladimir Samsonov BLR, Marcos Freitas POR, Liam Pitchford ENG
Runde 1: Xu - Freitas 4:0; Samsonov - Pitchford 4:0
Runde 2: Xu - Samsonov 4:1: Freitas - Pitchford 4:1
Runde 3: Xu - Pitchford 4:0; Samsonov - Freitas 4:2
Endstand: 1. Xu Xin 3:0, 2. Samsonov 2:1, 3. Freitas 1:2, 4. Pitchford 0:3
Gruppe 3: Timo Boll GER, Oh Sangeun KOR, Jiang Tianyi HKG, Adrien Mattenet FRA
Runde 1: Boll - Jiang 4:1 (9,-11,8,4,4); Oh - Mattenet 2:4 (-9,-0,-5,12,6,-5)
Runde 2: Boll - Oh 4:0 w.o. (Verletzung Oh) ; Jiang - Mattenet 4:0 (9,4,10,11)
Runde 3: Boll - Mattenet 4:3 (8,1,5,-4,-8,-12,5); Oh - Jiang 0:4 w.o. (Verletzung Oh)
Endstand: 1. Boll 3:0, 2. Jiang 2:1, 3. Mattenet 1:2, 4. Oh 0:3
Gruppe 4: Dimitrij Ovtcharov GER, Joo Saehyuk KOR, Michael Maze DEN, Thiago Monteiro BRA
Runde 1: Ovtcharov - Maze 2:4 (-9,-7,17,7,-14,-8); Joo - Monteiro 4:2 (8,-7,-7,4,9,7)
Runde 2: Ovtcharov - Joo 0:4 (-11,-8,-12,-4); Maze - Monteiro 4:1 (6,5,9,-3,9)

Runde 3: Ovtcharov - Monteiro 4:1 (1,2,-7,4,7) ; Joo - Maze 3:4 (-6,-9,7,-8,10,4,-6)
Endstand: 1. Maze 3:0, 2. Joo 2:1, 3. Ovtcharov 1:2, 4. Monteiro 0:3

DAS STARTERFELD BEIM WORLD CUP


WR 02 
MA Long (CHN)
WR 03 XU Xin (CHN)                              
WR 07 BOLL Timo (GER)                            
WR 09 OVTCHAROV Dmitrij (GER)          
WR 10 CHUANG Chih-Yuan (TPE)             
WR 11 JOO Saehyuk (KOR)                       
WR 12 OH Sangeun (KOR)                      
WR 14 SAMSONOV Vladimir (BLR)  
WR 18 JIANG Tianyi (HKG)     
WR 21 MAZE Michael (DEN)               
WR 22 CRISAN Adrian (ROU)                  
WR 24 FREITAS Marcos (POR)                  
WR 29 MATTENET Adrien (FRA)                
WR 87 DRINKHALL Paul (ENG)                  
WR 145 PITCHFORD Liam (ENG)              
WR 124 MONTEIRO Thiago (BRA) - Sieger des Intercontinental Cups

Die Starter beim Intercontinental Cup
(der Sieger erreicht das Hauptturnier)
WR 95 HENZELL William (AUS), Repräsentant Ozeaniens
WR 124 MONTEIRO Thiago (BRA), Repräsentant Lateinamerikas
WR 161 SALEH Ahmed Ali (EGY), Repräsentant Afrikas
WR 433 THERIAULT P.-Luc (CAN), Repräsentant Nordamerikas

DAS DEUTSCHE AUFGEBOT


Spieler: Timo Boll (Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (Orenburg)
Betreuer: Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Zhu Xiaoyong (Herren-Assistenztrainer), Birgit Schmidt (Physiotherapeutin) (tischtennis.de)

Metallimplantate auch bei Metallallergie?


Metallimplantate auch bei Metallallergie?

Empfindlichkeit gegen bestimmte Metalle schließt solche Endoprothesen nicht aus / Epikutantest wird empfohlen

HEIDELBERG/ROSTOCK (sir). Etwa zwölf Prozent der Bevölkerung sind allergisch gegen Nickel, fünf Prozent gegen Kobalt oder Chrom. Besonders jüngere Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Metallallergiker können - müssen aber nicht - Komplikationen bekommen, wenn ihnen konventionelle Endoprothesen aus Edelstahl oder Kobalt-Chrom-Legierungen implantiert werden.
 Metallimplantate auch bei Metallallergie?
Sitzt, passt und wackelt nicht: totale Endoprothese (TEP) des Hüftgelenks im Röntgenbild.
Foto: laurent.nicolaon©fotolia.de
Alternativen sind dann keramische, beschichtete oder nicht-sensitive metallische Materialien. Eine Studie aus Heidelberg hat ergeben: Von über 1300 Patienten in der ambulanten Endoprothese-Sprechstunde der Uniklinik hatten 100 eine Metallallergie, davon waren 90 Frauen.

Junge Menschen sind eher gegen Nickel allergisch

Die unter 40-Jährigen waren dreimal häufiger von einer Nickelallergie betroffen als die über 60-Jährigen (Der Orthopäde 37, 2008, 102). Etwa die Hälfte der Patienten hatte zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch kein Implantat erhalten. Die Allergierate war in der prä- und postoperativen Gruppe mit 7,6 versus 7,2 Prozent ähnlich und lag damit sogar unter dem Bevölkerungsdurchschnitt.
Selbst bei Patienten mit positiver Anamnese war die Prognose für Metallimplantate in Knie und Hüfte nicht schlechter: 46 der 100 Patienten mit Metallallergie hatten bereits ein Implantat erhalten, 32 von ihnen aus einem eigentlich kritischen Material. Bei 13 dieser Patienten gab es Komplikationen, davon vier aseptische Prothesenlockerungen, die aber nicht eindeutig auf eine Allergie zurückgeführt werden konnten.
Insgesamt schätzen die Autoren das Risiko einer allergieinduzierten Komplikation bei älteren Endoprothesepatienten mit bekannter Metallallergie eher gering ein. Werden Standardmaterialien eingesetzt, empfehlen sie aber eine sorgfältige, gut dokumentierte präoperative Aufklärung.

Epikutantest vor Endoprothese kann vorteilhaft sein

Zwar konnte bisher ein Zusammenhang zwischen positivem Epikutantest auf Metalle und Komplikationen bei metallischen Endoprothesen nicht schlüssig nachgewiesen werden. Bei Verdacht auf Sensibilisierung gegen Implantatmaterialien kann ein solcher Hauttest nützlich sein, raten Professor Peter Thomas von der LMU München und sein Kollege Professor Marc Thomsen (Der Orthopäde 37, 2008, 131). Wünschen Arzt und Patient daraufhin kein Implantat aus Edelstahl oder Kobalt-Chrom-Legierungen, gibt es Alternativen aus anderen Matrialien.
Mehr Infos zu Rheuma und Arthrose im Web: www.rheumanet.org und www.eular.org

Alternative Werkstoffe

  • Nicht-sensitive metallische Implantatmaterialien: Titan und Zirkonium-Niob-Legierungen
  • Oberflächenbeschichtungen: keramische Beschichtung mit Titan(niob)nitrit, meist mittels Physical-vapour-deposition (PVD) aufgebracht.

    Es gibt auch Endoprothesen aus Oxinium (bestehend aus Zirkonium plus etwa 2,5 Prozent Niob, bei 500°C mit Sauerstoff angereichert, dadurch keramische Oberfläche aus Zirkoniumoxid)
  • "Metallfreie" Materialien/Vollkeramik: Oxidkeramiken aus Aluminium- oder Zirkoniumoxid, Mischkeramiken, etwa Biolox® delta (75 Prozent Aluminiumoxid plus 24 Prozent Zirkoniumoxid und Kunststoff wie ultrahochmolekulares Standardpolyethylen (UHMW-PE), häufig eingesetzt für Inlays von Knie-Implantaten (sir)
  • (ärztezeitung)