Die große Reise

2 Titangelenke in 10 Wochen ...

Die große Reise beginnt...erneut..


Diesesmal mache ich es besser...

Ich habe ein großes Ziel!

Ihr habt die Chance mich zu begleiten!


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Dienstag, 1. Mai 2012

Reha 2 - Tag 18 - Maifeiertag - 1. Mai - Die Fahrradsaison ist eröffnet...

Die Fahrradsaison ist eröffnet!


25 km Laune pur - angenehme 23 ° C Lufttemperatur - keine Schmerzen und auch keine sonstigen Beschwerden! 


Was jahrelang nicht ging ...meine Titangelenke sind einfach ein Wunder...man spürt sie gar nicht, sie funktionieren einfach...


...nicht - wie bestimmt seit 10 Jahren - mit Ausweichbewegung des Oberschenkels beim Hochziehen durch die fehlende Innenrotation des Hüftgelenks...


...eine gleichmäßige Bewegung, Oberschenkel parallel, Genuss pur...ich hab wirklich wie früher in mich hineingehorcht...kein Zipperlein, kein Stechen...nichts ...der absolute Wahnsinn...ich freue mich unendlich auf die bevorstehende Fahrradsaison!


Ich bin seit Jahren ein großer Fahrradfan...das wird jetzt noch intensiver...diese Leidenschaft sich aus eigener Kraft in diesem möglichen Tempo fortzubewegen...neue Wege zu finden...ist für mich mit nichts zu vergleichen! Die Strecken, die man zurücklegen kann...was man alles entdecken kann...auf dem Sattel ein Rades ein ganz besonderes Erlebnis!


Radfahren ist einfach nur Leidenschaft pur!!!


Tempo-Dynamik-Emotion...


Ich wünsche Euch allen eine unfallfreie, lustvolle Fahrradsaison mit vielen neuen Wegen...und Entdeckungen!


CU


Stephan Frank

Mittwoch, 25. Januar 2012

Die Macht der Emotionen oder die Kunst des Scheiterns - 25.012012

Verhaltenspsychologen beschreiben das Scheitern bei einer geplanten Verhaltensänderung so , dass wir wohl mit dem neuen Verhalten zuwenig Freude oder zuviel Schmerz empfinden. Oder umgekehrt betrachtet, verbinden wir mit dem alten Verhalten zuviel Freude und zuwenig Schmerz. Es lohnt sich also aus emotionaler Sicht nicht, das beabsichtigte veränderte Verhalten beizubehalten. Eine ähnliche Erfahrung haben schon Millionen von Menschen gemacht, die mit dem Ziel angetreten waren, abzunehmen oder das mit dem Rauchen aufzuhören.  Ein paar Tage auf dem neuen Weg gelingen ganz gut - irgendwann wägen wir aber  emotional ab, was uns mehr Freude macht und was uns mehr Schmerzen bereitet.


Ich habe während meiner aktiven Triathlonzeit selten  im Hallenbad so viele begeisterte und motivierte Schwimmwillige gesehen wie im Januar.  Nach dem Jahreswechsel wollte man Ernst machen, seine guten Vorsätze,  in die Tat umzusetzen.  Doch schon bald wurde das Schwimmbad wieder leerer. Es war wohl doch dauerhaft zu anstrengend und mit zuviel Entbehrungen und Schmerz verbunden, das neue Verhalten beizubehalten.  Es war wohl doch kuscheliger in der bekannten Komfortzone - weniger Schmerzen. 
Es wurde also wieder abgewogen,  ob der Zuwachs an Freude im neuen Verhalten, die hinzugekommen Schmerzen rechtfertigen. Leider fiel diese "Schmerz-Lust-Bilanz" für viele  so aus, dass das neue Verhalten nicht beibehalten wurde.

Unser komplettes Verhalten ist  also von den damit verbundenen Gefühlen bestimmt. Diese Gefühle können wir unterteilen in Begehren und in Angst. Alles was wir tun oder auch unterlassen wird von diesen beiden Empfindungen gesteuert. Die Verhaltenspsychologie spricht hier vom bipolaren Antriebssystem.


Dieses innere Programm sagt uns wie wir uns zu verhalten haben, um letztendlich zwei grundlegende Grundfunktionen in unserem Leben sicherzustellen:  Selbsterhaltung und Arterhaltung.
Um das zu gewährleisten arbeitet unser "Betriebssystem" mit nur zwei Befehlen wie sie etwa der Mitivationstrainer Alexander Christiani in seinem Buch "Werk den Sieger in dir!" so anschaulich auf den Punkt bringt:
* weg von Angst und Schmerz (die unser Leben bedrohen)!
* hin zur Lust (zu allem, was Selbst und Arterhaltung fördert )!

Kinder besitzen dieses Prinzip des Handelns noch völlig ursprünglich. Sollte eine Situation auftreten, die Unwohlsein verursacht, möchten sie sich möglichst schnell zum Wohlbefinden bewegen.


Wir Erwachsene handeln da ähnlich,  nur kann man das nicht so eindeutig identifizieren.


Wir werden so gesteuert, damit unser Organismus in dem Zustand gehalten wird, wo wir am besten funtionieren.  Alles Handeln wird als oberste Begrenzer bestimmt von den Empfindungen von Schmerz und Angst. Würden wir diese Wahrnehmungen ignorieren könnten wir Gefahr laufen in eine lebensbedrohliche Situation geraten. Deshalb halten uns letztendlich die obersten Überwachungsorgane Angst und Schmerz von Handlungen ab, die uns Schaden zufügen könnten. In diesem Korridor bewegen wurde uns täglich. 


Unser Scheitern erklären wir uns oft mit der fehlenden Disziplin. 


Der innere Schweinehund hält uns ab manche Dinge zu tun, insbesondere auch dauerhaft zu tun.


Doch was ist der innere Schweinehund?
Der innere Schweinehund ist letztlich auch nur das Ergebnis der Schmerz-Lust-Bilanz. Was uns Scheitern lässt ist oberflächlich betrachtet, die fehlende Disziplin, schaut man etwas genauer hin, verbinden wir mit dem neuen zuviel negative Empfindungen und zuwenig Freude, also fallen wir zurück in alte Verhaltensweisen. 
Das Ganze kann man unter dem Oberbegriff  "die Kunst des Scheiterns" zusammenfassen. Es spielen immer die Gefühle die entscheidende Rolle beim Erreichen von Zielen.  Deshalb spricht man auch von der Leidenschaft,  die vorhanden sein muss, um erfolgreich zu sein. Erfolg ist auch mit Leiden verbunden.

Leiden können am Beispiel des Ironman,  wo man erst 3,8 km schwimmt, dann 180 km auf dem Rad zurücklegt und als Abschluss noch einen knackigen Marathonlauf mit 42,195 km absolviert, ganz gut verstehen: erst kommen die Schmerzen und dann die Freude. Das Überschreiten der eigenen Grenzen verursacht neben Blessuren, physischen aber auch psychischen Prüfungen am eigenen Körper und Geist erst nach dem Überwinden aller Prüfungen die Freude. Das Gefühl des Finishen übertrifft die empfundenen Schmerzen um ein Vielfaches. Nur so lässt sich auch erklären,  warum viele Finisher bei Langdistanzveranstaltungen und bei Marathonläufer es immer wieder tun, obwohl sie das Leid kennen. ABER AUCH DIE FREUDE.
Norman Stadler , 2facher deutscher IRONMAN HAWAII Champion,  hat seine IRONMAN Leidenschaft damit beschrieben "du musst lieben was du tust. Damit trifft er es ganz gut. Wenn wir etwas lieben, sind wir bereit Opfer zu bringen. Das zieht sich durch das komplette Leben.


Was schließen wir aus dem ganzen?
Nichts ist unmöglich, wenn wir bereit sind, das Vorhaben leidenschaftlich zu betreiben. Wenn dich etwas richtig packt, hält es dich am Leben.


Viel Spaß bei der Suche nach Eurem Weg.


CU Stephan Frank

Samstag, 21. Januar 2012

Tag 4 nach der OP - Was Titan und Glück gemeinsam haben

Hallo!
Heute habe ich mal richtig Gas gegeben...


Vormittags meinen neuen Freund aus dem Aufwachraum  Klaus besucht...ihm gehts auch ganz gut...das freut mich...sein Zimmerkollege musste heute Nacht aufgrund von Kreislaufproblemen nochmal auf die Wachstation (Handicap Herzschrittmacher), er wurde wohl vor einer Woche am Knie operiert, auch schon ein etwas älterer Knabe, 74 Jahre jung...und dann wurde ersten wieder gebracht, es ging ihm wieder besser...finde ich gut!


Und dann der absolute Höhepunkt seit der Operation - mal abgesehen von dem Kennenlernen meines Freundes Klaus, der auch mit mir in der gleichen REHAklinik die nächsten Wochen verbringen wird...da freue ich mich schon drauf -


Meine Krankengymnastik war der Hammer! 


Begonnen mit Treppenlaufen mit Gehhilfen kam ich in den Gymnastikraum. Meine Übung dort in der aktiven Schiene liegend Treppensteigen simulieren.  Eine Übungseinheit 15 Minuten. Eine geführte Bewegung. Hat soviel Spaß gemacht, dass ich wieder da bin...mein operierte linke  Hüfte funktionierte wie eine 1...meine leider auch kaputte rechte Hüfte machte zwar mit, aber mit leichten Schmerzen. Die ist dann spätestens im April fällig, dann lasse ich mir dort auch ein Titangelenk einsetzen und das kranke entfernen. Dann gehts richtig los...ich war heute schon kaum zu bremsen...habe die Bewegung meiner linken Hüfte mit Adleraugen beobachtet... ein Traum... kein Ausweichen mehr...ich habe wieder Innenrotation...ich denke dass es so noch nie war in meinem Leben zuvor. Dafür hat die rechte gezwickt... mit Schmerzen schaffe ich fast den gleichen Bewegungsablauf.  Muss mich aber darauf konzentrieren...


...meine ganze Kreativität kam wie auf einmal zurück, die ganze Zeit musste ich meine Gedanken an die Leine legen, um nicht komplett depressiv zu werden, wegen der Dauerschmerzen und Immobilität. Es war kein Leben mehr. Meine Lebensfreude war gegen Null gesunken.


Und heute war auf einmal alles wieder da...es war wie  eine Wiederauferstehung


Gedanken, was ich künftig wieder alles machen kann, was mir sicher mindestens 4 Jahre und mehr aufgrund der Krankheit nicht möglich war...mich ohne Schmerzen zu bewegen...ein absoluter Traum..jetzt geht es wieder...in ein paar Monaten auch noch rechts...und bis zum Sommer bin ich ein neuer alter Stephan...ein anderer Stephan...


...ich bin schon dankbar und wenn die rechte Hüfte genauso mitspielt...werde ich voller Demut und Dankbarkeit der Zukunft entgegen blicken...mache ich jetzt schon. 


Mir sind soviel Ideen in den Kopf geschossen,  als hätte einer eine Tür geöffnet, die jahrelang  verschlossen war und der Schlüssel war die OP - und der ganze Prozess drum herum.


Mir sind soviel Projekte ganz klar vor meinem geistigen Auge erschienen...ich bin so glücklich, dass ich solche Momente in meinem Leben nochmal haben darf. Manchmal hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt. Man macht dann einfach weiter Tag für Tag...ohne einen Schritt weiter zu kommen. OHNE einen Erfolg zu sehen. 


Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, ich hatte das Gefühl,  dass sie in den letzten Jahren ganz oft gestorben ist. 
Und heute Mittag war alles anders...wie als hätte mir jemand eine Energiespritze gegeben...


...das Ergebnis... ich hängte eine 2. und eine 3. Einheit dran...ich hatte unendlich Power...und Lust...und Freude...und Visionen...inzwischen hatte Pascal, mein Therapeut 2 weitere Termine abgefrühstückt... alles in allem habe ich wohl ca. 40 min trainiert...40 Minuten...kein Druckfehler...4 Tage nach der OP mit Vollnarkose...einfach nur ein geiles Gefühl...wobei im Nachhinein hätte ich mal 1 Einheit weniger gemacht...nicht weil ich Schmerzen habe...nein Muskelkater...im linken Oberschenkel,  Vorder- und Rückseite.  


Wann konnte ich mich das letzte mal so bewegen, dass ich davon hätte Muskelkater bekommen können. Es ist Jahre her...


...Muskelkater kann ein so geiles Gefühl sein...Wahnsinn...ich liebe diese Welt...in der Menschen eine 2. Chance bekommen. 


SO SIEHT GLÜCK AUS!  GLAUBE ICH. WEIß ICH!
Jetzt spüre ich nicht mehr meine schmerzenden  Gelenke, sondern das Ergebnis meines Übermuts...aber jetzt habe ich so intensiv gespürt wie schön das Leben sein kann - und dass Verlust auch ein Gewinn sein kann - mein eigenes krankes Gelenk verloren,  ein nagelneues funktionierendes Titangelenk bekommen und dabei LEBENSFREUDE GEWONNEN! DANKE...VIELEN DANK!
ICH HOFFE ICH KANN EUCH EIN WENIG VERMITTELN, WAS IN MIR VORGEHT ODER VORGEGANGEN IST!
WER WAS WISSEN WILL, EINFACH SCHREIBEN...VERSPRECHE  ZEITNAH,OFFEN UND EHRLICH UND NACH BESTEN WISSEN UND GEWISSEN  ZU ANTWORTEN!!!


MEINE PROJEKTE BALD IN SEPARATEM POST!!!


CU STEPHAN FRANK - Niemals aufgeben!

Donnerstag, 19. Januar 2012

Warum ich? Die Hoffnung stirbt zuletzt - 19.01.2012

Warum ich?


Das habe ich mich oft gefragt...


...ich glaube, jeder, der irgenwie durch eine Krankheit oder einen Schicksalsschlag oder ein Ereignis aus seiner Umlaufbahn geworfen wird, stellt auch genau diese Frage - warum ich - was habe ich falsch gemacht? Wie konnte es soweit kommen? 


Zum Schluss habe ich jeder Oma und jedem Opa nachgeschaut beim Laufen...ich habe sie richtiggehend beneided um die Fähigkeit Laufen zu können, für fast jeden selbstverständlich...außer vielleicht für behinderte Menschen..ich habe es nicht verstanden und lange Zeit dagegen gewehrt...es anzunehmen...immer versucht es zu überspielen...beim Tischtennis spielen ganz massiv Schmerzmittel eingeworfen.


Immerhin noch Spielklasse Bezirksoberliga. Anfangs hat das mich auch noch gerettet. 


Wobei eigentlich nicht wirklich - ich konnte mich entscheiden zwischen Schmerzen, schlechte Beweglichkeit und volle Konzentration oder wenig Schmerzen, schlechte Beweglichkeit und keinerlei Konzentration. Fast immer habe ich die erste Variante gewählt, weil die Schmerzen einfach keine Option für eine Wettkampfsituation sind. 


Das ganze Spiel, das war es wirklich, ein Spiel mit meiner Gesundheit, ging über einige Jahre. 


Alles in allem bestimmt 2 Jahre. Aktiv Spielen konnte ich noch bis zum Ende der Vorrunde 2010/2011 sprich bis Dezember 2010. Doch bereits im ganzen Jahr waren immer wieder Momente des Schmerzes, dass ich entweder im Training oder beim Spiel pausieren musste. Ich errinnere mich, dass ich bei einem Spiel einen solchen Schmerz verspürt habe, dass ich ich fast aufgeben musste. Aber nur fast - Aufgeben ist ja für mich keine Option - "Niemals aufgeben!", obwohl es hier wohl besser gewesen wäre. Es war beim Spiel gegen Steinfurth, ich musste mein Spiel ganz kurz unterbrechen, habe mir weitere Schmerzmittel eingeworfen und dann gings weiter - fast high, aber weniger Schmerzen und ich musste mich geschlagen geben - eigentlich nicht dem Gegner, sondern eher mir selber und meinem ungebrochenen Ehrgeiz. Das Verhalten war einfach unvernünftig. So in etwa hangelte ich mich bis 2010 durch die Saison. Ich hatte mir inzwischen einen Beutel mit Schmerztabletten zugelegt. Darin befanden such diclac dolo, aspirin, paracetamol, ibuprofen, tomapirin. 


Ich hatte mich durchs Internet und in Büchern über Medikamentenbewertungen zu den einzelnen Wirkstoffen und Wirkungen ausführlich informiert
Die Vorweihnachtszeit ist bei mir immer geprägt durch Weihnachtsmarktbesuche...das war in der Saison 2010 schon sehr schwierig, da die Schmerzen mich von langen Gehstrecken abhielten. 


Der Höhepunkt des ganzen war sicher noch ein Sturz vom Stuhl, wo ich auf dem Po landete. Das war am 31.12. , Tage später war dann Schicht im Schacht, nichts ging mehr, nur noch nichts...keinerlei Bewegung und selbst das verursachte Schmerzen. Auch das Liegen im Bett war inzwschen schwierig, mein Iliosakralgelenk machte mir unheimliche Probleme.


Die Zeit von Januar 2011 bis Ende März 2011 verbrachte ich fast nur im Bett...jeder Schritt, jede Bewegung verursachte nicht zu tolerierende Schmerzen. Diese Situation war ursächlich dafür, dass ich mich erstmals mit dem Thema Operation auseinander gesetzt habe. 


Nachdem ich mehrere Orthopäden und auch Kliniken aufgesucht hatte, fiel meine Wahl auf das OKB in Braunfels, die Orthopädische Klinik in Braunfels. 


Nach 2 Terminen war ich bereit zum Termin und vereinbarte den 01.04.2011 als OP-Termin, 1 Tag vorher die Aufnahme. Und dann kam der Termin. Ich checkte ein, ließ alle Untersuchungen machen, mein Operateur war bei mir, Dr. Kobler und dann befiel mich ein Gefühl, dass hier nicht Schluss sein kann. 


Für mich als Triathlet, der ich vom Kopf noch war, gab es kein Aufgeben. 


Die Operation war eine Kapitulationserklärung ans eigene Ego...und so entwickelte ich nochmals als letztes Aufbäumen die mentale Idee es aus eigener Kraft zu schaffen. Ich wollte heim so schnell wie möglich. Ich ließ mich abholen, malte mir in den kühnsten Gedanken aus, wie es wäre mit weniger Gewicht, wofür ich selber sorgen könnte und mit mehr Bewegung...sprich Abnehmen, Schwimmen, Radfahren..alles Dinge mit denen ich bereits sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. 


Aber alles kam leider anders. Der Sommer verlief nicht wie gewünscht, mit viel Regen war oft nicht an Radfahren zu denken, zum Schwimmen im Freibad war es zu kalt und ohne Bewegung Abnehmen klappte leider auch nicht. Ich drehte mich im Kreis. Im Teufelskreis. 


Schmerzen bedeuten Frust, Schmerzen bedeuten wenig Bewegung. Frust und wenig Bewegung bedeutet Naschen - Fressen aus Frust - als Belohnung dafür dass man die Schmerzen erträgt. Für das Naschen wird man prompt belohnt, noch mehr Gewicht, noch mehr Frust und immer noch keine Bewegung. Man kommt nicht raus. 


Jeden Tag um 10 Uhr ist die Frustrationstoleranzgrenze gegen Null, weil man in den erstem Stunden des Tages diese Schmerzen aushalten musste. Man konzentriert sich den ganzen Tag darauf die Schmerzen zu ertragen und vernichtet die komplette Lebensenergie, den Schmerzen Paroli zu bieten. 


Es ist ein täglicher Kampf, den man nicht gewinnen kann. 


Was macht einer wie ich in dieser Situation, der bisher in seinem Leben mit allem klar gekommen ist. 


"Nicht aufgeben!" in dieser Situation bedeutet was!? Nicht operieren!? So dachte ich lange...Fast das ganze Jahr 2011 dachte ich so. Gegen Ende des Jahres ist das ganze gekippt - Gott sei Dank. Mir war die Aussichtslosigkeit meiner Situation auf einmal bewusst. "Niemals aufgeben!" bedeutet hier nicht die Operation zu unterlassen und weiter zu leiden. Weiter mit seinem Schicksal hadern. Weiter Frust schieben. Weiter das körperliche Ich vom mentalen Ich zu trennen. Nein, ich habe verstanden. "Niemals aufgeben!" bedeutet hier mal Hilfe anzunehmen - Hilfe von außen - die Kontrolle mal kurz abzugeben, für den Zeitpunkt der OP - und danach wieder Gas zu geben - wieder ans Gute zu glauben, wieder an sich zu glauben - mit dem Bewusstsein es auch realisieren zu können. 


"Niemals aufgeben!" bedeutet nicht alles alleine zu schaffen, an Punkten wo man wirklich an seine Grenzen kommt. 


!Niemals aufgeben!" bedeutet nehm dein Leben an so wie es ist. Akzeptiere das, was du nicht ändern kannst und konzentriere dich auf das was du kannst. Kämpfen...ich werde kämpfen, ich werde wieder kommen, ich werde wieder sportliche Ziele umsetzten können, weil ich meine Energie nicht mehr verbrauche, um die Schmerzen zu ertragen. Nein, ich kann die ganze Energie wieder für positive Dinge nutzen. 


3 Tage nach der OP. Schmerzfrei und hoch motiviert. Meine Kreativität ist zurück. 


Ich bin wieder da. 


 Warum ich!? 
Weil es mein Schicksal ist...weil es mein Leben ist, das ich nicht leugnen kann! 


Warum ich!? Weil uns das Leben auch ab und an Aufgaben stellt...Weil es sonst zu langweilig wäre, wenn alles nur rund läuft. Eines läuft künftig wieder rund. Mein Hüftgelenk und damit auch mein Leben. 


Ich komme wieder...der Weg ist das Ziel...oder das Ziel ist der Weg...alles ist möglich wenn man daran glaubt...der Kopf muss frei sein...um das Leben zu spüren...ohne Schmerzen... 


Die Hoffnung stirbt zuletzt..ich hatte oft Hoffnung, dass es ohne OP geht. Das war die falsche Hoffnung. 


Jetzt hoffe ich, dass ich mich ganz lange meine Motivation und Lebensfreude an andere weitergeben kann...die Hoffnung stirbt zuletzt...


CU Stephan Frank - Niemals aufgeben!

Die Bigpoints...im Spiel wie im Leben... - 19.01.2012

Wie man in Grenzsituationen die richtige Entscheidung trifft...


...wie man in Momenten, wo es drauf ankommt richtig handelt, entscheidet sich wie so vieles im Leben im Kopf...


...sind wir vom Kopf her stark, sind wir in einer positiven Stimmung, glauben wir an uns, stehen die Chancen gut, die richtige Entscheidung zu treffen und letztendlich ein positives Ergebnis aus unserem Handeln zu erzielen. 


Sollte es nicht klappen, sprich wir verlieren trotz allem, oder das Ergebnis ist nicht wie gewünscht, haben wir es auf jeden Fall versucht. Auch das ist was sehr positives.


Wer nicht wagt, der nicht gewinnt...ein altes Sprichwort...das trifft auch für die Bigpoints des Lebens zu...Jörg Rosskopf [Mr. Tischtennis, deutscher Tischtennisspieler, Doppelweltmeister, deutscher Meister, Europameister usw. inzwischen Coach des deutschen Tischtennisnationalteams] hat einmal ebenso wie ich folgendes zum Thema Gewinnen gesagt:


Wer nicht glaubt, dass er gewinnen kann, der hat schon verloren.


Der, der nicht an sich glaubt, spielt auf das Tischtennis wie aufs Leben bezogen,  in Situationen wo es um Bigpoints geht, zu vorsichtig, zu ängstlich...und ohne das entsprechende Risiko einzugehen,  was zu wagen,  hat man  nicht nur den Ballwechsel, den einen Punkt, sondern das ganze Spiel verloren...


Das ist manchmal beim Tischtennis wie im richtigen Leben. 


Wir müssen an uns glauben, was wagen, was riskieren. 


Wie einst alle Entdecker dieser Welt...alle Forscher...alle haben was gewagt, sich gegen Widerstände durchgesetzt...positiv gedacht, entsprechend gehandelt bei ihren Bigpoints in Ihrem Leben ...und gewonnen...


Bezogen auf meine OP...ein Bigpoint in meinem Leben...gewagt...und bis jetzt gewonnen...Lebensqualität ...keine Schmerzen mehr...die Chance auf ein neues Leben...
....Fortsetzung folgt...

Sonntag, 8. Januar 2012

Die Welt retten... - 08.01.2012

Warum bin ich da...ich dachte lange Zeit, um die Welt zu retten...doch die Welt brauch mich gar nicht...zumindest nicht dazu, um sie zu retten...


...sie ist so gemacht, dass sie von ganz alleine weiter existiert, ganz ohne Retter...warum habe ich das überhaupt gedacht...dass ich überall gebraucht werde...merkwürdig...fast suspekt...irreal...es war wohl der Entwicklungsprozess, den ich durchlebt habe...


Und jetzt mit etwas Distanz...habe ich viele Dinge viel zu wichtig genommen...mich wahrscheinlich auch...


Erkenntnis ist der erste Schritt in die richtige Richtung!  Cooler werden, loslassen, das muss die Devise sein...lernen los zu lassen, wobei immer wenn ich das mal in meinem Leben getan habe, ist einiges schief gelaufen...


Aber man sich mal durchsetzen...also das Ziel heißt: ich werde loslassen!!!


Werde berichten...was passiert...


CU
Stephan Frank-Niemals aufgeben!

2012 - Nicht der Film - 08.01.2012

...obwohl...er läuft gerade im Hintergrund... 


Ich frage mich jeden Tag...warum ich...wo habe ich den entscheidenden Fehler gemacht...dass ich hier gelandet bin...dass ich da angekommen bin, wo ich nie hinwollte...


...man verfällt zu schnell in Selbstmitleid...aber trotz aller Gedanken und Überlegungen findet man keine Lösung für seine Suche...weil es wahrscheinlich keinen einzigen Moment gibt, der entscheidend ist für den Status Quo, sondern eine ganze Reihe unglücklicher Umstände...ein schleichender Prozess, der im Hintergrund läuft, wenn man glaubt auf der sicheren Seite zu sein...vielleicht weil ich mich so stark und unverwundbar gefühlt habe...vielleicht ist das wieder einmal eine Prüfung für mich in meinem Leben...obwohl ich schon so viele hatte... 


Mein Op-Termin rückt näher...aber es macht mich auch nicht wirklich glücklich...man muss um dauerhaft den Schmerzen zu entgehen ein Opfer bringen...in Form des Hüftgelenks...ich durchdenke die aktuelle Situation Tag für Tag...ich gehe jede Alternative zur Op durch...doch der Gedanke erstickt wie im Keim...da ich im Unterbewusstsein verinnerlicht habe, dass ich der Op nicht entrinnen kann... so eine Situation, die Kontrolle über seine Gesundheit zu verlieren, über seinen Körper ist das eigentliche Drama...


...die ganzen Jahre hat mein positives Denken, mein Glaube an das Gute, mein Glaube an mich Berge versetzt!!! 


Und jetzt wird mein Wille gebrochen, vom eigenen Körper...ich weiß es geht vielen Menschen da draußen noch viel viel schlechter als mir...das versuche ich mir auch jeden Tag vor Augen zu führen...ich habe auch versucht, mein Schicksal anzunehmen...mich anzufreunden mit den Schmerzen...aber irgendwas in mir kann das alles nicht akzeptieren...aber ebenso kann irgendwas in mir nach wie vor die Op nicht akzeptieren...


...ich komme mir vor als würde ich mich im Kreis drehen...ein Teufelskreislauf... 


Ich musste mir den Frust mal von der Seele schreiben...man ist irgendwie verdammt einsam, wenn man nicht mehr soviel rausgeht...rausgehen kann...es erwarten mich ein Jahr der absoluten Veränderung...nichts wird mehr so sein wie es je war...überhaupt kommt mir mancher Tag so irreal vor...als wäre ich im falschen Film... 


Ich habe in einem Buch zum Thema Psyche und Zusammenhang mit Krankheiten über das Krankheitsbild Arthrose gelesen, dass es wohl etwas damit zu tun hat, dass man sich auf was versteift hat in den letzten Jahren, dadurch versteifen sich auch die Gelenke...vielleicht etwas weit hergeholt, aber ein Fünkchen Wahrheit könnte schon dran sein...wer will sich schon freiwillig von vielen Dingen seines Lebens, seines Alltags trennen...oft brauchen wir ja einen Anlass, um was zu ändern...ein Grund ist Freude und ein anderer Schmerz...das trifft es bei mir wohl ganz gut...wobei mein Kopf, dann schon wieder den Fall X durchspielt, ändere dein Leben, dann ändert sich auch dein Krankheitsbild und Empfinden...da ist was dran...aber würde es ausreichen, mit der Arthrose weiter zu leben ohne Op...ich denke nein... 


Ich verstehe momentan die Welt nicht wie früher...alles hat sich geändert...sicher auch nur meine Wahrnehmung der Welt...aber die Welt hat sich auch verändert...es lassen sich viele Dinge nicht logisch erklären...


...ich habe das Gefühl, je älter ich werde, um so weniger weiß ich vom Leben...vielleicht liegt darin ja der Sinn des Lebens...zu erkennen, dass es nichts zu begreifen gibt...


...ich habe vorher immer versucht alles zu verstehen, mir zu erklären...aktuell gelingt mir das immer weniger... 


Es bleibt also weiter spannend...und ich werde nicht aufgeben...obwohl mir manchmal danach wäre... 


Ich wünsche Euch da draußen viele positive Gedanken, viel positive Energie für das Jahr 2012...möge der Ausdauergott mit euch sein... CU soon...


Stephan Frank-Niemals aufgeben!