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Mittwoch, 12. September 2012

Olympia-Geschichte 1920-1936 - Olympia zwischen den Weltkriegen - Antwerpen 1920: Neuanfang nach dem Krieg


1920-1936

Olympia zwischen den Weltkriegen

Antwerpen 1920: Neuanfang nach dem Krieg

Die Fahnenträgerinnen und -träger ziehen mit den Flaggen von insgesamt 29 Teilnehmerstaaten in die Arena ein. © picture-alliance/ dpa
29 Nationen nehmen an den Spielen 1920 teil.
Die olympische Idee nimmt nach vier Jahren Kriegswirren und rund zehn Millionen Toten wenig Raum in den Köpfen der Menschen ein. Nicht das nach eigener Satzung neutrale IOC mit Pierre de Coubertin an der Spitze schließt Deutschland aus; das belgische Organisationskomitee lädt Bulgarien, Österreich, Ungarn, das Osmanische Reich und die junge deutsche Republik gar nicht erst ein. Überhaupt - das "gierige" Deutschland: Weil Coubertin fürchtete, die Deutschen wollten als Ausrichter der für 1916 in Berlin geplanten Spiele das Komitee dauerhaft in ihrer Hauptstadt binden, hatte das IOC 1915 seinen Sitz kurzerhand nach Lausanne verlegt. Vor dem Krieg hatte es den Sitz stets am nächsten Austragungsort der Spiele; aber das Kaiserreich hatte sich zuvor geweigert, die Spiele von 1916 abzusagen - in der überheblichen Annahme, der Krieg sei bis dahin längst gewonnen.
Antwerpen soll den Neuanfang markieren. Im Stadion weht erstmals die von Coubertin kreierte Fahne mit den fünf ineinander verschlungenen Ringen auf weißem Grund, die die fünf Erdteile symbolisieren. Neben der Fahne erlebt auch der Olympische Eid seine Premiere. Zuschauen ist allerdings ungewöhnlich teuer, weshalb spärliche Kulissen für zum Teil gedämpfte Stimmung sorgen.

Nurmi läuft ins Rampenlicht

Die olympische Leichtathletik erlebt die Geburt eines Idols: Der Finne Paavo Nurmi gewinnt seine ersten drei Goldmedaillen - plus einmal Silber. Noch erfolgreicher ist der amerikanische Sportschütze Willis Lee, der es auf fünfmal Gold und je einmal Silber und Bronze bringt; allerdings unter anderem deshalb, weil im Schießen insgesamt 20 Wettbewerbe ausgetragen werden. Ebenfalls fünfmal Gold holt der italienische Armee-Hauptmann Nedo Nadi, der sich im Fechten buchstäblich als hieb- und stichfest präsentiert.

Lenglen: Aura der Unbesiegbarkeit

Suzanne Lenglen - "die Göttliche"

Die Französin Suzanne Lenglen bei den Olympischen Spielen von Antwerpen. © ullstein bild - Granger Collection
Tennis-Star Suzanne Lenglen ist in ihrer besten Zeit kaum zu besiegen.
"Wenn man die Gegnerinnen kurz abfertigt, erwirbt man sich eine Aura der Unbesiegbarkeit, die die Moral der Spielerinnen, auf die man später noch trifft, untergräbt", erläutert die französische Millionärstochter ihre Strategie, zu der ihr Vater ihr geraten habe. Der - bestechend einfache - Tipp des Herrn Papa sagt viel über die Dominanz der damals berühmtesten Tennisspielerin aus, die wegen ihrer anmutigen Spielweise und ihres außergewöhnlichen Auftretens schnell "die Göttliche" genannt wird. Die Vorrundenspiele 1920 gewinnt die Französin mühelos, bis zum Halbfinale gibt sie nur einen einzigen Satz ab.

"Nur" Bronze im Doppel

"Im ersten Satz des Finales musste ich mich zum ersten Mal bei diesem Turnier richtig anstrengen und gewann 6:3", notiert Lenglen in ihrem Bericht für die französische Sportzeitung "L'Equipe". Den zweiten Satz (und olympisches Gold) gewinnt die 21-Jährige dann wieder mit 6:0 gegen die Britin Dorothy Holman. Lenglen siegt anschließend auch im gemischten Doppel an der Seite ihres bereits 37 Jahre alten Partners Max Decugis, dem ältesten Tennisspieler des Turniers. Im Frauen-Doppel reicht es zusammen mit Elisabeth d'Ayen "nur" zu Bronze.

Legendäre Erfolge - früher Tod

Suzanne Lenglen gilt als einer der ersten Superstars im weißen Sport. Ihren weißen Pelzkragen, das kurzärmelige Shirt und ihr gewagtes Dekolleté empfinden nicht wenige Zeitgenossen als beinahe skandalös. Zu ihren Leistungen auf dem Platz gibt es aber keine zwei Meinungen. Noch vor den Spielen in Antwerpen ist sie 1920 die erste Spielerin, die in Wimbledon in allen drei Konkurrenzen (Einzel, Doppel und Mixed ) den Titel holt. Lenglen gewinnt die Grand-Slam-Turniere von Wimbledon und Paris je sechsmal allein im Einzel.
"Die Göttliche" wird allerdings nur 39 Jahre alt. Sie stirbt am 4. Juli 1938 in Paris an Leukämie. Bis heute trägt der Siegerpokal des Damenturniers bei den French Open ihren Namen.

Im Stabhochsprung feiern die auf Gold abonnierten Amerikaner weitere Erfolge: Frank Foss überquert mit neuem Weltrekord von 4,09 m erstmals bei Olympischen Spielen die magischen vier Meter. Für Jubel sorgt auch US-Läufer Charles Paddock: Über 100 Meter springt er mit einem riesigen Satz ins Zielband und holt Gold vor Konkurrent Morris Kirksey. Mit Eleganz statt mit Tricks gewinnt Suzanne Lenglen zweimal Gold und einmal Bronze im Tennis. "Wenn man die Gegnerinnen kurz abfertigt, erwirbt man sich eine Aura der Unbesiegbarkeit, die die Moral der Spielerinnen, auf die man später noch trifft, untergräbt", formuliert die französische Millionärstochter ganz unprätentiös.

Gehen mit Musik

Dem Italiener Ugo Frigerio gebührt ein Rang unter den schillerndsten Figuren der olympischen Geherwettbewerbe: Bei seinem Siegesrennen über 10.000 Meter fordert er das Publikum auf, ihn zu unterstützen. Dem Dirigenten der im Stadion anwesenden Musikkapelle übergibt er vor dem Start einige Notenblätter, und eine gute Dreiviertelstunde später überquert Frigerio, "berauscht" von neapolitanischen Klängen, als Sieger die Ziellinie - mit rund 300 Metern Vorsprung. Nach zweimal Gold in Antwerpen gewinnt der Italiener 1924 erneut Gold über zehn Kilometer und 1932 zudem Bronze über 50 Kilometer. (sportschau)

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